Umweltlexikon-aktuell.de | Energie  | Stichwort: Blockheizkraftwerk

Stichwort: "Blockheizkraftwerk" in der Rubrik Energie



Ein B. (BHKW) ist ein mit Hilfe eines Verbrennungsmotors betriebenes Kleinkraftwerk, bei dem sowohl die erzeugte elektrische Energie als auch die thermische Energie genutzt werden.

B. sorgen bei Einspeisung in ein Verbundnetz bei massenhaftem Einsatz für eine Erhöhung der Versorgungssicherheit mit Strom. Die Abwärme des Motorblocks wird über einen Wärmetauscher zur Erwärmung von Heizwasser genutzt. Die im Abgas enthaltene Energie kann zur Dampferzeugung (Prozesswärme) genutzt und/oder mit Hilfe eines Wärmetauschers zur Erwärmung von Brauchwasser genutzt werden.

Neuere Technologien wie die Brennstoffzelle oder der Stirlingmotor erweitern die bestehenden B.-Technologien. Stromerzeugungsanlagen können an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden, soweit es sich um regenerative Erzeugungsanlagen (z.B. Photovoltaik, Wasserkraft, Windkraft, Biomasse) oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen handelt.

Andere Erzeugungsanlagen wie Notstromdieselmotoren dürfen nur ohne Netzkopplung betrieben werden. Kleine B.-Anlagen haben eine elektrische Leistung von ca. 3 (5,5) kWel bis ca. 50 kWel und eine thermische Leistung von 8 (12,5) kW bis ca. 150 kW. Eine kleine B.-Anlage (5 kWel/12 KWth) produziert bei einer Nutzung von etwa 6.000 Stunden, jährlich rund 30.000 kWh Strom und 72.000 kWh Wärme.

Die spezifischen Kosten von kleinen B.-Anlagen (je nach Größe, Installationsauf-wand, Anbindungskosten) liegen zwischen 1.500 € und 2.500 € pro kWel.
Das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz wurde am 19.03.2002 verabschiedet und am 22.03.2002 im Bundesgesetzblatt (Teil I, Nr. 19, S. 1092 - 1096) veröffentlicht. Es ist zum 01.04.2002 in Kraft getreten.

Grundsätzlich muss der Antrag auf Zulassung ein nach den anerkannten Regeln der Technik erstelltes Sachverständigengutachten über die Eigenschaften der Anlage, die für die Feststellung des Vergütungsanspruchs von Bedeutung sind, enthalten. Für serienmäßig hergestellte kleine B.-Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 2 MW können aber anstelle eines Gutachtens geeignete Unterlagen des Herstellers vorgelegt werden, aus denen die thermische und elektrische Leistung sowie die Stromkennzahl hervorgehen.

Der ökologische Vorteil eines B. gegenüber einem zentralen Großkraftwerk ist, dass die Abwärme in vollem Umfang genutzt werden kann, da die Wärme an dem Ort erzeugt wird, an dem sie auch gebraucht wird. Dadurch entfällt das Problem des Wärmetrans-ports, das bei zentralen Großkraftwerken bei Kraft-Wärme-Kopplung besteht. Als Kraftstoffe kommen vorwiegend Heizöl, Pflanzenöl, Biodiesel (für einen Dieselmotor) oder Erdgas, Biogas (für einen Ottomotor oder Zündstrahlmotor) zum Einsatz.

B. arbeiten durch die Kraft-Wärme-Kopplung mit Wirkungsgraden von bis zu 85 Prozent, abhängig von der Auslastung. Die Energiewirtschaft versucht den breiten Einsatz von B. zu verhindert, da sie ihre Monopolstellung und die Auslastung der Großkraftwer-ke gefährdet sehen.

Die mechanische Energie wird anschließend über einen Generator in Strom umgewandelt und die Motorwärme zur Raumheizung und Brauchwassererwärmung genutzt (Nahwärme, Fernwärme). B. finden heute Verwendung zur Stromerzeugung und Beheizung größerer Gebäude und Wohnblocks. B. haben einen sehr hohen Wirkungsgrad, sie nutzen 85 Prozent der eingesetzten Primärenergie (Energie), 30-35 Prozent als Strom und 50-55 Prozent als Wärme.

Die Wirtschaftlichkeit von B. hängt in erster Linie von den Einspeisevergütungen für den in das Netz eingespeisten Strom bzw. den Nutzungsmöglichkeiten für den erzeugten Strom ab. B. leisten einen wichtigen Beitrag zur rationellen Energieversorgung in dezentralen Energieversorgungskonzepten. Die Schadstoffemissionen von B. liegen bei Schwefeldioxid und Stäuben günstig.

Stickoxide und Kohlenmonoxid fallen, wie auch bei Autos, in großen Mengen an und müssen mit einem Abgas-Katalysator nachbehandelt werden. In einer typischen Gasmotorenanlage werden mit Katalysator Abgaswerte von 250 mg NOx/m3 Abgas und 100 mg CO/m3Abgas eingehalten. Bei der Gesamtbeurteilung der Umweltverträglichkeit ist zu beachten, daß B. die Edelenergie Strom erzeugen, die sonst in Kraftwerken mit schlechtem Wirkungsgrad und hoher Umweltbelastung hergestellt wird.
Emissionen im Vergleich: Kraftwerk, Heizung
10426 Aufrufe seit August 2009
Stand: 13. Mai 2004
Erstellt: 8. Mai 2001

Weiterführende Informationen:



Software error:

DBI connect('database=FrontPublisher;host=www.umweltjournal.de','oekoserve1',...) failed: Access denied for user 'oekoserve1'@'80.237.156.68' (using password: YES) at redaktion/dbSQL.pm line 41

For help, please send mail to the webmaster (Webmaster@sepeur-media.de), giving this error message and the time and date of the error.

Achtung: Umweltjournal.de übernimmt keine Haftung für veröffentlichtes Textmaterial der Autoren. Die Artikel unterliegen dem Urheberrecht der Autoren und sind nur nach ausdrücklicher Genehmigung frei zum weiterverarbeiten!

Webmaster: André Sepeur
© 1999 - 2012 by André Sepeur Medienberatung
plan-verde.de



Social Bookmarks
Newsletter bestellen
Seien Sie immer bestens informiert! Hier können Sie den Tagesrückblick bestellen >
Folgen Sie uns nach Facebook


Inserate
Top-News
Abgeordnete in Europa fordern Ende der 'Menschensafaris' (Neues Videomaterial)Abgeordnete in Europa fordern Ende der 'Menschensafaris' (Neues Videomaterial)
Abgeordnete in Europa fordern Ende der 'Menschensafaris' (Neues Videomaterial)
Berlin / London, 08.02.2012: Der Skandal um die 'Menschensafaris' auf den indischen Andamanen Inseln hat Europa erreicht.
Weiterlesen
Achtung Hundehalter: Eisflächen können zur Gefahr werdenAchtung Hundehalter: Eisflächen können zur Gefahr werden
Achtung Hundehalter: Eisflächen können zur Gefahr werden
Hamburg, 07.02.2012: Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN warnt alle Hundehalter davor, Bälle oder Stöcke in der Nähe von Seen oder Flüssen zu werfen.
Weiterlesen
Tier- und Naturschützer zeigen Sinnlosigkeit der Fuchsjagd aufTier- und Naturschützer zeigen Sinnlosigkeit der Fuchsjagd auf
Tier- und Naturschützer zeigen Sinnlosigkeit der Fuchsjagd auf
Gau Algesheim / Eichenberg, 08.02.2012: Im Rahmen sogenannter „Fuchswochen“ wird derzeit erbarmungslos Hatz auf den Fuchs gemacht.
Weiterlesen
Dreckiges Benzin aus KanadaDreckiges Benzin aus Kanada
Dreckiges Benzin aus Kanada
Berlin, 07.02.2012: Die Umweltorganisationen Greenpeace, Nabu und WWF fordern in einer gemeinsamen Erklärung die Bundesregierung auf, strengere Klimaauflagen für Benzin und Diesel aus Teersanden zu unterstützen.
Weiterlesen
foodwatch verklagt Unilever - Becel pro.activ mit unklaren Risiken und Nebenwirkungen foodwatch verklagt Unilever - Becel pro.activ mit unklaren Risiken und Nebenwirkungen
foodwatch verklagt Unilever - Becel pro.activ mit unklaren Risiken und Nebenwirkungen
Berlin, 07.02.2012: Die Verbraucherorganisation foodwatch hat beim Landgericht Hamburg Unterlassungsklage gegen den Nahrungsmittelkonzern Unilever eingereicht.
Weiterlesen
SolArod Mobile, das flexible und fahrbare SolarkraftwerkSolArod Mobile, das flexible und fahrbare Solarkraftwerk
SolArod Mobile, das flexible und fahrbare Solarkraftwerk
Lübeck / Beckingen, 07.02.2012: Die Photovoltaik-Anlagen, welch auf Freiflächen errichtet werden, haben die Eigenschaft, dass sie die Fläche blockieren, so dass diese für andere Verwendungen über Jahre nicht mehr zur Verfügung steht.
Weiterlesen
„Zero Emission“ von Gebäuden„Zero Emission“ von Gebäuden
„Zero Emission“ von Gebäuden
Köln, 06.02.2012: Die Reaktion auf den Klimawandel gilt als die schwierigste Herausforderung für die heutige Gesellschaft. Für einen großen Teil des Energieverbrauchs wie auch des CO2-Ausstoßes sind Immobilien verantwortlich, also der Betrieb und die Errichtung von Gebäuden.
Weiterlesen
Wer hat mehr Freunde: Die Sonne oder Philipp Rösler? (Ein Kommentar von Franz Alt)Wer hat mehr Freunde: Die Sonne oder Philipp Rösler? (Ein Kommentar von Franz Alt)
Wer hat mehr Freunde: Die Sonne oder Philipp Rösler? (Ein Kommentar von Franz Alt)
Baden-Baden, 04.02.2012: In den nächsten acht Jahren sollen in Deutschland insgesamt nur noch so viele Photovoltaik-Anlagen installiert werden wie die Bürgerinnen und Bürger allein im letzten Dezember auf ihre Dächer schraubten.
Weiterlesen
Satelliten-Projekt Galileo startet planmäßig 2014Satelliten-Projekt Galileo startet planmäßig 2014
Satelliten-Projekt Galileo startet planmäßig 2014
Brüssel, 04.02.2012: Die Vorbreitungen für den vollständigen Einsatz des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo verlaufen planmäßig.
Weiterlesen
Systematische Tierquälerei auf Nerzfarmen in DänemarkSystematische Tierquälerei auf Nerzfarmen in Dänemark
Systematische Tierquälerei auf Nerzfarmen in Dänemark
Gerlingen, 03.02.2012: Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. veröffentlicht heute eine schockierende Videorecherche über mehrere dänische Nerzfarmen.
Weiterlesen
Inserate
Inserate
Jobbörse