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Umweltlexikon-aktuell.de | Landwirtschaft  | Stichwort: Pestizide

Pestizide

P. sind bioaktive Substanzen, die ubiquitär in der Umwelt verteilt sind.

Der Begriff P. steht auch häufig als Synonym für Pflanzenschutzmittel oder Schädlingsbekämpfungsmittel. In Deutschland werden jährlich über 30.000 Tonnen P. gegen zerstörerische und lästige Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen in der Landwirtschaft, Umwelt oder direkt am Körper von Lebewesen eingesetzt. In Deutschland sind derzeit rund 250 Wirkstoffe und 1.900 Präparate zugelassen, auf europäischer Ebene sind es rund 800 Wirkstoffe in 20.000 Präparaten.

In Deutschland werden rund 100.000 Tonnen P. meist durch einige wenige Chemiekonzerne produziert. Dabei verteilt sich die P.-Menge auf folgende Einsatzgebiete:Viele P. enthalten produktionsbedingt umwelt- und gesundheitschädliche Verunreinigungen (wie z.B. Dioxine.

Es wird geschätzt, dass weltweit jährlich bis zu zwei Millionen P.-Vergiftungen durch unsachgemäße Anwendung, Lagerung und Ausbringung in die Umwelt auftreten und dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Besonders betroffen davon sind die sogenannten Entwicklungsländer, in denen häufig die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen im Umgang mit P. nicht eingehalten werden. Auf eine P.-Vergiftung in den Industriestaaten kommen nach Schätzungen rund 13 P.-Vergiftungen in Entwicklungsländern.

Hinzu kommt, das die P.-Hersteller meist noch Wirkstoffe und Präparate verkaufen, die in Deutschland und Europa teilweise seit Jahrzehnten aufgrund starker gesundheitlicher und umweltgefährdeter Wirkungen vom Markt genommen und verboten wurden. Hierdurch ist es möglich, dass so manches importierte Lebensmittel aus Übersee Rückstände von P. aufweist, die in Deutschland schon lange nicht mehr zum Einsatz kommen. Die Lebensmittelkotrollbehördenführen auch nur noch selten Untersuchungen auf Rückstände dieser „alten“ P. in und auf Lebensmitteln durch.


Weiterführende Informationen:


Stand: 31. Mai 2004
Erstellt: 17. Mai 2001