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Umweltlexikon-aktuell.de | Landwirtschaft  | Artikel Nr.: 157

Stichwort: "Waldsterben" in der Rubrik Landwirtschaft



Immissionsbedingtes Waldsterben tritt seit der Errichtung größerer Industrien auf. Durch die zunehmende Industrialisierung und den Bau hoher Schornsteine, die die Schadstoffe großräumig verteilten, trat das Waldsterben dann seit Beginn der 70er Jahre großflächig auf.


Bis heute sterben die Wälder in ganz Europa und in Nordamerika. Nachdem das Waldsterben anfangs nur bei Tanne und Fichte registriert wurde, sind in der Zwischen-zeit fast alle anderen Baumarten ebenfalls betroffen, stellenweise ist der Krankheitszustand der Laubbäume bedrohlicher als der der Nadelbäume (vgl. auch Waldschadenserhebung 2003, Bundesverbraucherministerium Bonn).

Beim Waldsterben handelt es sich nicht um die Erkrankung einzelner Baumarten, sondern um eine Störung der gesamten Beziehung Baum-Boden-Luft, einer Erkrankung des gesamten 'Ökosystems. Diese Störung bedroht auch zunehmend mehr Tier- und Pflanzenarten in ihrer Existenz. Insofern ist der Begriff Waldsterben treffend und wird aber auch durch den Begriff »neuartige Waldschäden« ersetzt.

Eine Schlüsselrolle im Waldsterben kommt den Luftschadstoffen zu. Neben dem hauptsächlich aus der Landwirtschaft stammenden Ammoniak und den v.a. durch das Autofahren entstehenden Photooxidantien, wie Ozon (Sommersmog), sind es insbesondere die aus den Autos (Schadstoffe aus Kfz, Lkw-Verkehr), Flugzeugen (Flugverkehr), Heizungs-, Industrie- und Kraftwerksanlagen stammenden Stickoxide und das Schwefeldioxid, die den Wald schädigen.

Folgende Symptome des Waldsterben sind u.a. bekannt: Bei allen Baumarten tritt mit zunehmendem Krankheitszustand eine Verlichtung der Krone auf, d.h., die betroffenen Bäume verlieren mehr und mehr Blätter bzw. Nadeln, so dass man z.B. selbst im Sommer leicht durch das Blätterdach einer Buche hindurchsehen und an vielen Stellen den Himmel erblicken kann.

Speziell bei den Nadelbäumen treten folgende Schadsymptome auf: Das Höhenwachstum stagniert; Harzaustritt an Ästen und Stämmen im benadelten Kronenbereich; im fortgeschrittenen Stadium nur noch 1-2 Nadeljahrgänge an den Zweigen (bei gesunder Fichte 7-10, Tanne 10-12 Nadeljahrgänge).
Fichte: Nadelverlust in Verbindung mit hängenden Zweigen (Lamettasyndrom). Tanne: Absterben der Baumspitze und Bildung von Seitentrieben (Storchennest); Bildung von Waserreisern: büschelartig vom Stamm abstehende, spät nachwachsende Zweige.

Laubbäume, insbesondere Buche: gestörtes Seiten-wachstum der Triebe führt zu unnatürlich langen Trieben (Peitschentrieben); oft nur kleine Blätter; deformierte Blätter infolge von Wachstumsstörungen, Blätter fallen noch grün vom Baum. Ferner Mangelsymptome durch gestörte Nährstoffaufnahme, z.B. Vergilbung der Blätter durch Magnesiummangel, sowie weiße Blattflecken durch Ozon-Einwirkung.

Auswirkungen des Waldsterbens: Durch das Waldsterben sind alle Funktionen gefährdet, die ein gesunder Wald im Kreislauf der Natur übernehmen kann (Waldfunktionen). Eine der gravierendsten Folgen des Waldsterbens dürfte der Verlust des Waldes als Grund-Wasserspeicher (Wasserhaushalt des Waldes, Bodenversauerung, Saurer Regen, Sorptionsvermögen) und das Verschwinden der alpinen Schutzwälder sein, die eine Besiedlung vieler Alpentäler überhaupt erst ermöglichen. Die globalen Auswirkungen des Waldsterbens. auf Klima und Umwelt sind noch nicht annähernd erfasst. Mit Sicherheit wird das Absterben großer Waldteile, sei es durch Brandrodung oder emissionsbedingt, den Treibhauseffekt weiter anheizen, da der in den Bäumen festgelegte Kohlenstoff vorzeitig wieder freigesetzt wird. Ein geschädigter Wald bindet zudem weniger Kohlendioxid als ein gesunder.

Gegenmaßnahmen: Nach wie vor muss eine rasche Verminderung aller Luftschadstoffe das vordringliche Ziel sein; v.a. eine Senkung der Schwefeldioxid- und Stickoxidemissionen ist zwingend erforderlich. Dies kann v.a. erreicht werden durch:
  • Energiesparmaßnahmen,
  • Verstärkte Einführung regenerativer Energiequellen
  • Nachrüstung von Kraftwerken mit Rückhaltesystemen (Rauchgasentschwefelungsanlagen, Rauchgasentstickungsanlagen, Großfeue-rungsanlagenverordnung).


Von besonderer Bedeutung ist der Verkehrssektor, der im besonderen Maße für die Stickoxidemissionen und die Ozon-Entstehung verantwortlich ist. Sofortmaßnahme sollte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen sein. Mittel- und langfristig ist der Auto- und Lkw-Verkehr zugunsten von Öffentlichem Personennahverkehr und Schienenverkehr einzudämmen.
In den gefährdeten Bergwaldregionen ist die Freizeitnutzung einzuschränken.

Stand: 14. Februar 2012
Erstellt: 14. Februar 2012

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