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Umweltlexikon-aktuell.de | Mobilitaet und Verkehr  | Artikel Nr.: 1176

Stichwort: "Elektroauto" in der Rubrik Mobilität & Verkehr

E. können erst einen hohen Marktanteil erreichen, wenn die Dauer/Reichweite des Betriebs und die Höchstgeschwindigkeit durch neue Akkumulatorentechnik entscheidend verbessert werden können.

Die Entwicklung von sparsamen Leichtelektromobile erzielt inzwischen befriedigende Reichweiten. Diese Fahrzeuge benötigen etwa 8-10 kWh (entspricht 0,8- 1 Liter Benzin) elektrische Energie für eine Strecke von 100 km.

Weiterhin wird der Umbau konventioneller Autos zu Elektromobilen vorangetrieben. Diese Fahrzeuge benötigen etwa 12-20 kWh (entspricht 1,2 bis 2 Liter Benzin) elektrische Energie für eine Strecke von 100 km.

Daneben werden vor allem Konzepte mit Mischantrieben (Hybridfahrzeug) für eine größere Marktverbreitung favorisiert.

Die Vorzüge von Elektromobilen liegen in ihrer Emissionsfreiheit wobei bei der Stromerzeugung in Kraftwerken Emissionen entgegenstehen. Weiterhin sind sie geräuschärmer und weisen eine höhere Energieausnutzung auf. Die Nachteile liegen v.a. im hohem Preis begründet und der eingeschränkten Reichweite.

Insgesamt gesehen verfügen Elektromobile aber über deutliche Umweltvorteile. Die beschränkte Speicherkapazität herkömmlicher Batterien erwies sich jedoch bisher als grosse Schwachstelle dieser Fahrzeuge. Japanische Autokonzerne haben aber inzwischen Elektromobile entwickelt, die mit deutlich leistungsfähigeren Batterien Reichweiten von bis zu 200 Kilometern und höhere Geschwindigkeiten erreichen.

Deutliche Pluspunkte ergeben sich auch bei einer umfassenden Ökobilanz, welche neben dem Betrieb die Herstellung und Entsorgung der Fahrzeuge sowie die Produktion der Betriebsenergie berücksichtigt. Dies weist die Schweizer BUWAL-Studie zur Situation des Elektrofahrzeugs bei der zukünftigen Stromversorgung der Schweiz nach.

Im Nahbereich von stark befahrenen Strassen belasten konventionelle Motorfahrzeuge die Anwohner und Passanten mit gesundheitsschädigenden Abgasen wie krebserzeugendem Benzol, Russpartikel und Stickoxiden. Als Folge der Emissionen entstehen auf lokaler Ebene zudem Sachgüterschäden an Gebäuden und Materialien. Hier sprechen denn auch alle untersuchten Indikatoren zugunsten der sauberen Elektromobile.

Als regionale Umweltauswirkungen des Verkehrs fallen vor allem der Sommersmog, die Versauerung von Ökosystemen sowie der Stickstoffeintrag in Böden und Gewässer negativ ins Gewicht. Sofern der Strom zum Betrieb von Elektrofahrzeugen zu einem beträchtlichen Teil in thermischen Kraftwerken produziert wird, wie dies für den Strommix innerhalb der Europäischen Union (EU) der Fall ist, schneiden Elektromobile im ökologischen Vergleich einzig beim Kriterium Versauerung schlechter ab.

Bezogen auf die regionalen Umweltfolgen des Verkehrs sprechen in der Schweiz dagegen alle Faktoren eindeutig für Elektrofahrzeuge. Grund dafür ist der hohe Anteil der Stromerzeugung in Wasserkraftwerken, was die Bewertung positiv beeinflusst. Dieselbe Beurteilung gilt im übrigen auch für die globalen Auswirkungen, wo insbesondere der Ausstoss an klimaverändernden Treibhausgasen massgebend ist.

Aus Sicht des Umweltschutzes kann der Kauf von Elektrofahrzeugen deshalb empfohlen werden. Vor allem elektrisch unterstützte Zwei- und Dreiräder erweisen sich aufgrund ihres geringen Gewichts als sehr effizient.

Unter dem Druck des vom amerikanischen Bundesstaat Kalifornien auf 1998 «angedrohten» Zero-Emission-Act kümmern sich seit Ende der 80er-Jahre auch die grossen Automobilhersteller um die Entwicklung und Produktion von Elektromobilen.

Der Stand der Technik ist aber seither weiter fortgeschritten. Vor allem japanische Autokonzerne bieten inzwischen Elektromobile an, die dank neuen Batterietypen wie Nickel-Metallhydrid- und Lithium-Ionen-Akkumulatoren grössere Reichweiten von bis zu 200 km und Geschwindigkeiten von herkömmlichen Autos erreichen. Diese modernen Fahrzeuge werden allerdings erst in Japan ausgeliefert.

Trotz grossen Fortschritten bleibt die Batterie als Energiespeicher vorderhand die wesentliche Schwachstelle. Gemessen am Energieinhalt von fossilen Brennstoffen ist ihre Energiespeicherkapazität deutlich kleiner. Spezialfirmen und Automobilkonzerne treiben die Forschung im Bereich Hochenergie-Batterien aber derzeit mit voller Kraft voran.

Als grosser Hoffnungsträger für reine Elektrofahrzeuge gilt die Lithium-Ionen-Batterie. Sie ist viermal so leistungsfähig, aber doppelt so teuer wie die Bleibatterie. Ihre verhältnismässig hohe Energiedichte verspricht akzeptable Reichweiten bei vernünftigem Fahrzeuggewicht. Das System steht allerdings erst in der Erprobungsphase und muss noch eine bessere Lebensdauer erreichen.

Quelle: Umweltschutz 3/1998; BUWAL/Schweiz

Stand: 14. Februar 2012
Erstellt: 14. Februar 2012

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