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Umweltlexikon-aktuell.de | Mobilitaet und Verkehr  | Artikel Nr.: 1617<BR>

Stichwort: "Güterverkehr" in der Rubrik Mobilität & Verkehr

In Westdeutschland wurden 1990 ca. 3,6 Mrd t Güter transportiert, gegenüber 1,7 Mrd im Jahre 1960.

Die Transportleistung stieg von 143 Mrd tkm im Jahr 1960 auf 314 Mrd tkm im Jahr 1990. Bis 2010 wird aufgrund der Realisierung des Europäischen Binnenmarkts eine weitere Steige rung um 30-40% erwartet. 1990 waren folgende Transportsysteme am G. beteiligt (nach tkm): Lkw 63% (1960: 35%), Eisenbahn 20% (1960: 37%) und Binnenschiffahrt 17% (1960: 28%). Es wird erwartet, daß der besonders umweltbelastende Lkw-Verkehr seine Anteile noch ausdehnen wird (Umweltbelastung: Lkw-Verkehr, Lastkraftwagen, Schienenverkehr).

Der Schiffsverkehr ist bzgl. Transportsicherheit, Flächen- und Energiebedarf ähnlich günstig wie der Schienenverkehr, doch ist das Netz der Wasserstraßen relativ klein und nur unter starken Umwelteingriffen ausbaubar (Rhein-Main-Donau-Kanal).
Die Bahn ist dem Lkw-Verkehr in bezug auf Energieverbauch und Schadstoffemissionen deutlich überlegen; wesentlich geringer sind auch der Flächenbedarf und die Unfallgefahr (Verkehrssysteme im Vergleich: Verkehr).

Die Verdrängung der Bahn zugunsten des Lkw-Verkehrs hat v.a. ihre Ursache in der einseitigen Unterstützung des Lkw-Verkehrs durch die Politik. Im staatlich geförderten Ausbau des Straßennetzes entstanden zwischen 1965 und 1987 in der BRD rund 90.000 km neue Autobahnen und Landstraßen. V.a. aber kann es erst einen fairen Wettbewerb zwischen Bahn und Lkw geben, wenn der Lkw-Verkehr seine Kosten, auch die Umweltkosten, selbst trägt (Lkw-Verkehr, externe Kosten).

Beim G. spielen die Preise eine ganz besondere Rolle - sobald die Bahn auch nur geringfügig preiswerter ist, werden die Spediteure umsteigen. Der beste Umweltschutz im G. ist die Wahl des geeigneten Transportmittels. Eine Verlagerung des Güterfernverkehrs von der Straße auf Bahn oder Schiff bedeutet Verkehrsentlastung, Sicherheitsgewinn, weniger Straßenverkehrslärm und Abgasemissionen, sowie Energieeinsparung (Schienenverkehr).

Ein Weg dorthin ist der Ausbau des kombinierten Verkehrs, bei dem der Transport von Containern und ganzen Lkw über große Entfernungen mit der Bahn erfolgt, während im Nahbereich die Güter durch Lkw verteilt werden.

Neue Hochgeschwindigkeitsgüterzüge, die auf entsprechenden Strecken 160 km/h erreichen, bringen auf längeren Strecken gegenüber dem Lkw-Verkehr erhebliche Geschwindigkeitsvorteile und sollen dadurch die Attraktivität der Schiene erhöhen.


Stand: 17. Februar 2012
Erstellt: 16. Mai 2001

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