A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Rückblicke
Webvideothek
Stopfleberproduktion
Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. startete am Freitag eine groß angelegte Kampagne für ein bundesweites Verkaufsverbot von Stopfleber (Foie gras):
Video >>
Zirkus Krone
Der 7. Senat des Hanseatischen Oberlandesgerichts hat am Dienstag die Berufung des Münchner Circus Krone gegen die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. vollständig zurückgewiesen (Aktenzeichen: 7 U 94/09).
Video >>
Nahrungsmittelspekulation
Die Deutsche Bank droht mit rechtlichen Schritten und Schadenersatzklage gegen einen Film über Nahrungsmittelspekulationen, sollte nicht eine Passage des Pressesprechers Frank Hartmann herausgenommen werden.
Video >>

Zur Web-Videothek >>

Top-News
Was Beschränkte mit Beschränkungen zu tun haben

Familie und Beruf sind (so) nicht zu vereinbaren

Häuser modernisieren und energetisch optimieren

Die analoge Revolution

Die Verzauberung der Welt durch die Naturwissenschaften

Auf dem Bauernhof

Gesellschaftliche Transformation und die Verantwortung der Wissenschaften

Der Geschmack Marokkos

Wohlfühlen unter dem Dach

Historische Holzbauwerke

Inserate
Umweltlexikon-aktuell.de | Natur- und Artenschutz  | Artikel Nr.: 724

Stichwort: "Artensterben" in der Rubrik Natur- & Artenschutz



Das Artensterben hat in den letzten Jahren rapide zugenommen.






Man schätzt, daß in vorgeschichtlicher Zeit alle paar tausend Jahre eine Art verschwand. In den letzten 300 Jahren verschwand alle 10 Jahre eine Art, gegenwärtig geht in Deutschland durchschnittlich jedes Jahr eine Pflanzen- und Tierart verloren. Weit mehr Arten werden in der Roten Liste als gefährdet eingestuft. Wenn die Entwicklung des Artenschwundes anhält, ist zu befürchten, daß binnen kurzer Zeit Flora und Fauna um 60%-90% zurückschrumpfen.

Hauptursache für das Artensterben ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume, insb. die Beseitigung von Übergangsbereichen und Sonderstandorten und die Entwässerung. Hauptverursacher ist die Landwirtschaft, gefolgt vom Tourismus. Dabei geht die Artenvielfalt besonders durch den Verlust von Feuchtgebieten, wie z.B. bei Mooren, Bach- und Flußauen zurück, da dort keinerlei Rückzugsmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen bestehen. Häufig sind durch den Verlust einer Pflanzen- oder Tierart gleich 10-30 weitere Arten gefährdet, deren Nahrungsgrundlage, Lebens- oder Brutplatz von dieser Art abhing.

Ursachen für das Artensterben in Deutschland: die Zerstörung, Zersplitterung, Verkleinerung und Entwertung der Lebensräume wildlebender Tiere und Pflanzen. Dazu kommt es durch Überbauen, Versiegeln und Zerschneiden von Flächen, durch Beseitigung von Landschaftsstrukturelementen, wie Gehölzen, Hecken, Sträucher u.ä., durch Schadstoffbelastungen und durch Änderung des Wasserhaushaltes von Flächen (Grundwasserabsenkung). Pflanzen werden hauptsächlich durch immer intensivere Landwirtschaft mit Düngemittel- und Pestizideinsatz sowie durch Flächenänderungen verdrängt.

Hauptursachen der weltweiten Gefährdung der Artenvielfalt sind: Übermäßige Ausbeutung des Regenwaldes, Übernutzung von Weideflächen, die ständig intensiver werdende landwirtschaftliche Nutzung, Schadstoff-Immissionen und direkte Entnahme wildlebender Arten für kommerzielle Zwecke (Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen). Die zunehmende Erwärmung der Erde infolge des Treibhauseffekts wird das Artensterben weiter beschleunigen und bedroht bereits heute viele Arten.

Die Temperaturveränderungen sowie der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels gehen so schnell vonstatten, daß viele Arten sich weder anpassen noch umsiedeln können.
Das Aussterben einer Art ist ein nicht umkehrbarer Vorgang. Das genetische Potential der ausgestorbenen Arten, die einmal wertvoll für die Gewinnung neuer oder veränderter Nutzpflanzen und -tiere (Auffrischen des Erbgutes, Resistenzen) aber auch für die Herstellung von Medikamenten sein könnten, ist für immer verloren.

Früher bestand die Nahrung aus vielen tausend Pflanzenarten, heute sind es nur noch 150 Arten, wobei sich die Mehrheit der Weltbevölkerung nur noch von 12 Sorten ernährt. Bei der täglich fortschreitenden Abholzung des Regenwaldes gehen unwiederbringlich bedeutende Arten verloren. Statt den Regenwald zu schützen, versuchen Pharmakonzerne, sich die genetischen Informationen der bedrohten Pflanzen zu sichern, um daraus später u.U. Arzneimittel ableiten zu können.

Auf dem Umweltgipfel in Rio 1992 ging es beim Artenschutzabkommen u.a. um die Frage, wem die Vermarktungsrechte für solche genetisch erfaßten und später ausgestorbenen Pflanzen gehören, den Pharmakonzernen oder den Ursprungsländern. Das Artenschutzabkommen ließ die Rechte weitgehend bei den Ursprungsländern, weshalb die USA ihre Unterschrift verweigerten (Genbank).

Die Industrieländer sind oft für die Ausbeutung von Ökosystemen in der Dritten Welt verantwortlich, da sie Hauptabnehmer von Tropenholz und in Monokulturen erzeugten Futter- und Nahrungsmitteln sind. Die Übernutzung von Weideflächen ist oft nur möglich geworden durch Entwicklungshilfeprojekte, die ohne ausreichende Prüfung der ökologischen Folgen durchgeführt wurden. Artenschutz bedeutet für viele Profitverzicht.

Daher soll jetzt anstelle von Handelsverboten die sogenannte nachhaltige Nutzung erlaubt werden. Dabei wird der Natur nur so viel entnommen, wie sie selbst wieder reproduzieren kann. Hauptursache für das Artensterben in der Dritten Welt ist aber die Armut. Natürliche Ressourcen werden bis aufs letzte ausgebeutet, um den Hunger zu stillen. Viele Bevölkerungsgruppen können sich eine längerfristige ökologische Nutzung ihrer Umwelt einfach nicht mehr leisten.


Stand: 10. Februar 2012
Erstellt: 10. Februar 2012

Weitere Meldungen zum Thema "Artensterben":

Welt-Schildkrötentag am 23. Mai: WWF fordert mehr Schutz für die PanzertiereWelt-Schildkrötentag am 23. Mai: WWF fordert mehr Schutz für die Panzertiere
Frankfurt a. M., 23.05.2014: Gejagt, gesammelt, gekocht: Dieses Schicksal bedroht immer mehr Schildkrötenarten weltweit. Sie gelten als Sammlerstück, Delikatesse oder Arznei. Ihre Lebensräume werden zerstört und vergiftet, die Eier geraubt.
Schwarz-rote Agrar-Agenda voller MängelSchwarz-rote Agrar-Agenda voller Mängel
Berlin, 13.12.2013: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtwirtschaft (AbL) haben Union und SPD vorgeworfen, die bisherige und aus Sicht der Verbände falsche Agrarpolitik fortsetzen zu wollen.
Umweltverbände: Forderungen zur Bundestagswahl   Umweltverbände: Forderungen zur Bundestagswahl
Berlin, 05.06.2013: Die Umweltorganisationen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Naturschutzring (DNR) und NABU (Naturschutzbund Deutschland) haben vor der Bundespressekonferenz in Berlin ihre Erwartungen an die wahlkämpfenden Parteien formuliert.
Täglich werden immer noch 500.000 Haie getötet: Allmähliches Umdenken beim weltweiten Hai-SchutzTäglich werden immer noch 500.000 Haie getötet: Allmähliches Umdenken beim weltweiten Hai-Schutz
Wülfrath, 10.04.2013: „Der Entschluss der CITES-Konferenz, künftig den Handel von fünf stark gefährdeten Hai-Arten einzuschränken, ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Dr. Maike Förster, Biologin und wissenschaftliche Beraterin des SAVE Wildlife Conservation Fund.
Tod durch AusverkaufTod durch Ausverkauf
Berlin / Bangkok, 01.03.2013: Vierzig Jahre nach Gründung in den USA treffen sich die Mitgliedsländer des Washingtoner Artenschutzabkommens in Bangkok zur inzwischen 16. Vertragsstaaten-Konferenz.
Alarmierende Studie: Löwen bald vom Aussterben bedroht Alarmierende Studie: Löwen bald vom Aussterben bedroht
Hamburg, 28.01.2013: Eine aktuelle Studie der Duke University im US-Bundesstaat North Carolina bringt Alarmierendes zutage: Die afrikanische Löwenpopulation ist in den vergangenen 50 Jahren von fast 100.000 auf 35.000 Tiere gesunken.
Gewinner und Verlierer 2012Gewinner und Verlierer 2012
Berlin, 21.12.2012: Elefanten, Nashörner, Schweinswale und Menschenaffen zählen 2012 zu den großen Verlierern im Tierreich. Zudem bewegte das Ableben von „Lonesome George“ die Gemüter.
Agrarpolitik der Industrienationen tötet weltweit Mensch und Tier:Agrarpolitik der Industrienationen tötet weltweit Mensch und Tier:
Wülfrath, 19.10.2012: Jeden Tag verhungern 60.000 Menschen und 150 Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Das, so der SAVE Wildlife Conservation Fund, gehe maßgeblich auf eine verfehlte Agrar-Subventionspolitik der Industrienationen zurück.
Trauriger Rekord in Südafrika: Wilderer töten mehr Nashörner denn jeTrauriger Rekord in Südafrika: Wilderer töten mehr Nashörner denn je
Berlin, 18.10.2012: Der WWF Südafrika meldet einen neuen Höchststand an gewilderten Nashörnern. Seit 2007 ist die Zahl der gewilderten Dickhäuter sprunghaft angestiegen, nun hat sie ein neues Rekordhoch erreicht:
Fleischkonsum tötet Afrikas RaubtiereFleischkonsum tötet Afrikas Raubtiere
Wülfrath, 27.09.2012: In Namibia nehmen die 6.000 Nutzviehfarmen etwa die Hälfte der Landesfläche ein. In Botswana leben 2,5 Millionen Rinder, aber nur gut 2 Millionen Menschen. Auch in Kenia schneiden riesige Rinderherden den Raubtieren die Migrationsrouten ab.