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Stichwort: Chemische Kampfstoffe
Stichwort: "Chemische Kampfstoffe" in der Rubrik Weiteres / Sonstiges
C. werden allgemein in folgende Gruppen eingeteilt: Als A. bezeichnet man Stoffe, die in die Atemkette eingreifen und die normale Sauerstoffaufnahme verhindern. Atmungsgifte, Binärkampfstoffe, Als E. (Herbizide) werden Pflanzenschutzmittel bezeichnet, die zur Entblätterung und damit zum Absterben der Pflanzen führen. Entlaubungsmittel, Die auch mit Gelbkreuz bezeichnete Gruppe der chemischen Kampfstoffe wurde erstmals 1917 von deutscher Seite eingesetzt. Hautkampfstoffe, Zu den L. zählen eine Reihe chemischer Verbindungen wie Chlor, Phosgen und Chlorpikrin. Lungenkampfstoffe, Bei systematischen Untersuchungen in den 30er Jahren hatten Forscher entdeckt, daß organische Ester der Phosphorsäure eine schädlingsbekämpfende (insektizide) Wirkung besitzen. Nervenkampfstoffe, R. werden entweder als Gase oder als feine Sprühnebel (Aerosole) eingesetzt und wirken allgemein reizend auf Augen-, Nasen und Rachenschleimhaut.Reizstoffe. {b1l}Daneben existieren noch Psychokampfstoffe, wie z.B. Lysergsäurediäthylamid (LSD), die zu Verwirrung und Handlungsunfähigkeit führen und somit ideale Sabotagegifte darstellen.
Geschichte: Bereits im Altertum und Mittelalter machten Menschen von der giftigen Wirkung bestimmter Stoffe Gebrauch. Die rasante Entwicklung der chemischen
Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie im 19. Jh. führte dazu, daß eine große Anzahl von chemischen Verbindungen produziert wurde, die wegen ihrer Giftigkeit als C. geeignet erschienen. 1907 sprach man zwar in der Haager Landkriegsordnung (HLO) ein Verbot der Anwendung C. aus, aber am 22.4.1915 wurde von deutscher Seite an der Westfront mit
Chemisches Element der VII. Hauptgruppe (Halogene), Symbol Cl, Ordnungszahl 17, Schmelzpunkt -100,98 Grad C, Siedepunkt -34,06 Grad C, giftiges, stechend riechendes, gelbgrünes Gas (Cl2), MAK-Wert 0,5 ppm (ml/m3). Chlor erstmals ein C. eingesetzt; die nach ihrer farblichen Kennung bezeichnete Giftgasmunition (Blau-, Gelb-, Grün-, Weißkreuz) forderte auf beiden Seiten etwa 100.000 Tote und 1,2 Mio Verletzte.
Obwohl das Genfer Giftgasprotokoll von 1925 erneut den Einsatz C. untersagte, wurde weiter und intensiver als vorher an der Entwicklung neuer Kampfstofftypen geforscht. Aus dieser Zeit stammen die
Bei systematischen Untersuchungen in den 30er Jahren hatten Forscher entdeckt, daß organische Ester der Phosphorsäure eine schädlingsbekämpfende (insektizide) Wirkung besitzen. Nervenkampfstoffe siehe Nervenkampfstoffe.Tabun,
siehe Nervenkampfstoffe.Sarin und
siehe Nervenkampfstoffe.Soman. Im Zweiten Weltkrieg wurden C. in Asien von japanischer Seite eingesetzt, in deutschen Gaskammern brachte man mit dem Atmungsgift
siehe Stichworte Zyankali, Blausäure und Atmungsgifte.
Zyklon B Mio von Menschen um. Im anschließenden "Kalten Krieg" setzte bei den C. wie auch bei atomaren Waffen ein Wettrüsten ein. Eine neue Variante der chemischen Kriegsführung demonstrierten die USA mit dem Einsatz von Entlaubungsmitteln im Vietnamkrieg. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung setzt die Produktion von Binärkampfstoffen.
Seit 1925 sind über 30 Kriege dokumentiert, in denen C. eingesetzt wurden. Am Beispiel der beiden Golfkriege wurde deutlich, daß die C. als "
siehe Atomwaffen
Atombombe des armen Mannes" in Zukunft vor allem in Ländern der sog. "Dritten Welt" stärkere Bedeutung erlangen werden. Es ist zu bezweifeln, ob internationale Anstrengungen zur endgültigen Ächtung C. erfolgreich sein werden.
Die Beseitigung von C. ist technisch zwar in Form einer Hochtemperaturverbrennung möglich, doch ist das Betreiben einer solchen Anlage mit einem hohen Sicherheitsrisiko verbunden, vom Transport der Kampfstoffe ganz zu schweigen. Die in der BRD einzige
Anlage zur C.-Entsorgung in Munster (GEKA = Gesellschaft des Bundes zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten mbH) ist auf Jahre hin ausgelastet. Die Kosten für die Entsorgung werden auf mindestens das dreifache der Produktionskosten geschätzt.
Lit.: D.Wöhrle, D.Meisner: Die zunehmende Verbreitung eines Massenvernichtungsmittels; in Nachrichten aus Chemie, Technik und Laboratorium, 1989
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Stand: 2. Juli 2004
Erstellt: 8. Mai 2001
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