A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Rückblicke
Webvideothek
LIVINGEQUIA
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) öffnet heute den deutschen Teilnehmern des Solar Decathlon Europe (SDE) seine Türen.
Video >>
Brian May Statement zu Tierversuchskosmetik
Der Rockmusiker und Gitarrist der Band Queen Brian May hat in einer Videobotschaft die Bevölkerung und Entscheidungsträger der Europäischen Kommission aufgefordert, die Kampagne von VIER PFOTEN gegen Tierversuche für Kosmetika zu unterstützen.
Video >>
Peitschen tut weh
Tierschutzverbände aus aller Welt haben heute ein Verbot von Gerten bei Pferderennen gefordert. Auch die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN mit Sitz in Hamburg unterstützt die Kampagne, die von Animal Aid UK initiiert wurde.
Video >>

Zur Web-Videothek >>

Top-News
Schmetterlinge der Alpen

Häuser mit Charakter

Übergangsbestimmungen EEG

Macht Brot dumm?

Sparkassenkunden aufgepasst!

Die Welt der Biene

Energiequelle für Jedermann?

Baden im eigenen Naturpool

Wie Selbstdisziplin unsere Persönlichkeit prägt

Globales Chaos – machtlose UNO

Inserate
Umweltlexikon-aktuell.de | Weiteres, Sonstiges  | Artikel Nr.: 1277

Stichwort: "Europa" in der Rubrik Weiteres / Sonstiges

Der Name Europa wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von Europa umfaßt.

Dem geographischen Umfang nach ist Europa mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Eigentlich handelt es sich um eine große, in sich gegliederte westliche Halbinsel der Festlandmasse Asiens; beide Erdteile zusammen werden als Eurasien bezeichnet. Begrenzt wird Europa nach Asien hin durch Uralgebirge, Uralfluß, Kaspisches Meer und die Mantyschniederung im nördlichen Kaukasusvorland. Mit 645 Mio Einwohnern ist Europa der am dichtesten besiedelte Erdteil; der Bevölkerungszahl nach liegt E. hinter Asien an zweiter Stelle.

Begünstigt ist Europa in weiten Teilen nicht nur klimatisch, sondern auch durch Wasserreichtum, was sich u.a. in der ertragreichen Land- und Forstwirtschaft niederschlägt. Der gewinnträchtigste Erwerbszweig ist allerdings die Industrie. Da, wo Eisen- und Erzvorkommen historisch mit Bevölkerungsverdichtungen zusammenkommen, ist in Europa ein Hauptindustriegürtel entstanden, der von Schottland über England, Frankreich und die Benelux-Staaten quer durch Deutschland verläuft und über Nordböhmen, Mähren, Oberschlesien und Südpolen bis in das Donezbecken reicht. Weitere Industriekerne entstanden in Nordspanien, Norditalien, bei Lyon, in Ober- und Niederösterreich, bei Budapest und in Nordungarn, in der Ostslowakei und im Ostseeraum. Über die Bekämpfung der ökologischen Probleme, die in den Hauptindustriegebieten verstärkt auftreten, entscheidet in den ärmeren Ländern v.a. die finanzielle Ausstattung, in den reicheren Ländern dagegen das gesellschaftlich getragene Umweltbewußtsein.

Europaweit ist ein dynamischer Flächennutzungswandel zu verzeichnen: Immer mehr Freiflächen werden für Siedlungen, Industrie, Kommunikation, Verkehr und Erholung aufgewendet (Flächennutzung). Auch kann in allen Ländern von einer zunehmenden Urbanisierung gesprochen werden.
Wirtschaftlich ist Europa von Gegensätzen gekennzeichnet, wobei es neben dem Nord-Süd-Gefälle ein starkes Gefälle in West-Ost-Richtung gibt. Viele der westeuropäischen Staaten, darunter Deutschland, gehören zu den politisch stabilsten, reichsten, wirtschaftlich und industriell am besten entwickelten Staaten der Welt. Die osteuropäischen Staaten haben nach den Umbrüchen seit Ende der 80er Jahre in unterschiedlichem Maß mit politischen, wirtschaftlichen und auch ökologischen Problemen zu kämpfen und sind im Extremfall (Albanien) kaum in der Lage, sich selbst zu erhalten.

Der Zustand der Umwelt und Ressourcen in Europa wurde 1992 zum ersten Mal von der EG-Kommission landesübergreifend im Zusammenhang mit dem 5. Aktionsprogramm (Umweltaktionsprogramm der EG) untersucht. Die EG erfaßt seit 1985 solche Umweltdaten in dem Datenprogramm CORINE.
Im Bereich der Luft wurde eine Verringerung der Emissionen von Schwefeldioxid, Stäuben, Blei und FCKW, dagegen Zuwächse bei den Treibhausgaben Kohlendioxid, Stickoxiden, Ozon und Methan festgestellt.

Der Zustand der Gewässer wird weiterhin als ernst bezeichnet. Insb. hat die Grundwasser-Verschmutzung infolge von Pestizid- und Schwermetalleinträgen zugenommen und die Trinkwasserqualität sich verschlechtert. Ende der 80er Jahre gelangten größtenteils über Flüsse 1.519.000 t Stickstoff und 103.550 t Phosphate in die europäischen Meere. 259.000 t Öl fließen jährlich alleine in die Nordsee (Ölpest). Als Folge der weiter ansteigenden Belastung durch Nitrate und Phosphate (Abwässer, Überdüngung) beobachtet man eine zunehmende - auch bakterielle - Verschmutzung der Mündungsgebiete (insb. Adria, Nordsee und Ostsee) und großräumige Eutrophierungen. Hinzu kommen regionale Wasserverknappungen.

Große Flächen und Böden in Europas sind bedrohlich stark belastet. Hierfür sind v.a. Schwermetalle und organische Verbindungen (Kohlenwasserstoffe) verantwortlich. 60-70% der Cadmiumeinträge stammen von Düngemitteln, Blei wird zu 90% vom Verkehr emittiert. Die Erosion konnte in 35% der landwirtschaftlich genutzten Gebieten, insbesondere in Südeuropa, nicht eingedämmt werden. Ein weiteres Problem stellen punktuellen Belastungen durch Industrie und Deponien dar, deren Sanierung in Europa noch ganz am Anfang steht.

Der Europäische Binnenmarkt trägt zur Verschärfung vieler anthropogen verursachter Umweltbelastungen in Europa bei, insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr (Güterverkehr, Lkw-Verkehr), Tourismus (Freizeit und Umwelt, sanfter Tourismus) und Abfall. Allein das Giftmüllaufkommen (Sonderabfälle) in Europa erreichte 1989 22 Mio t, wobei der Großteil in Deutschland, Großbritannien, Frankreich in Italien erzeugt wird.
Die Lebensqualität in den urbanen Zentren - ein Thema, dem sich die Europäische Gemeinschaft seit 1989 widmet - hat sich v.a. in den Methropolen Südeuropas drastisch verschlechtert. Auch der ländliche Raum macht einen weitreichenden ökologischen Verschlechterungsprozeß durch, und zwar v.a. bedingt durch die Abwanderung und intensive Bewirtschaftung. In der Bretangne sind z.B. 160.000 km Böschungen und Gehölze beseitigt worden, am Mittelmeer werden bereits die Hälfte der Anbauterassen nicht mehr genutzt.

In zunehmendem Maße kommen nun auch Kriege (das zerfallene Jugoslavien, Teile Osteuropas) als Verursacher nachhaltiger Umweltschäden in Betracht.
Als Indikator dieser gesamten negativen Entwicklungen gilt die Entwicklung der Artenvielfalt. Von wenigen regionalen Ausnahmen abgesehen macht sich zunehmend ein Prozeß des Artenrückgangs (Artensterben) bemerkbar, wobei besonders betroffen sind: Tierarten, die einen großen Lebensraum benötigen, Waldökosysteme (Waldsterben) und aquatische Ökosysteme, insb. Torfmoore und Röhrichte.

Angesichts dieser abnehmenden Umweltqualität kommt die Umweltpolitik der Europäischen Gemeinschaft und der übrigen Staaten in Europa einem Wettlauf mit der Zeit gleich. Wägt man die Anteile der einzelnen Staaten und ihrer jeweiligen Verursacher an den Umweltbelastungen mit ihren Bemühungen um einen Durchbruch in der Umweltpolitik in Europa gegeneinander ab, kann zwar von verschiedenen Betroffenheiten und Initiativen, jedoch von einer Vorreiterrolle bislang nicht gesprochen werden. Darüber hinaus bleibt die EG-Umweltpolitik in vielen Fällen hinter den bestehenden nationalen Gesetzen zurück.

Stand: 14. Februar 2012
Erstellt: 14. Februar 2012

Weitere Meldungen zum Thema "Europa":

Häuser mit CharakterHäuser mit Charakter
Köln, 08.06.2015: Alte Häuser haben einen unverwechselbaren Charme – aber räumlich, funktional oder technisch entsprechen sie oft nicht den heutigen Wohnvorstellungen. Doch lassen sich die Qualitäten eines Altbaus hervorragend mit den Vorzügen moderner Architektur verbinden. Das beweisen die aktuellen Beispiele im Buch von Bettina Hintze, alle ausgezeichnet von der Jury des renommierten HÄUSER-Awards.
Stickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes UmweltproblemStickstoff: Lösungsstrategien für ein drängendes Umweltproblem
Köln, 24.04.2015: Stickstoffoxide und Ammoniak belasten die Umwelt und schädigen unsere Gesundheit. Vor allem durch die Verwendung von Düngemitteln im industriellen Verfahren, aber auch durch Massentierhaltung und durch Verbrennungsprozesse wird reaktiver Stickstoff freigesetzt. Die Folge: Oberflächen- und Grundwasserbelastung, die Eutrophierung der Meere und die Schädigung der Ozonschicht.
Neuer Großkommentar zum  EnergiewirtschaftsgesetzNeuer Großkommentar zum Energiewirtschaftsgesetz
Köln, 26.02.2015: Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) stellt die Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas unter fairen Wettbewerbsbedingungen sicher. In Zeiten der Energiewende sind der Zugang zu und der Betrieb von Energieversorgungsnetzen entscheidend. Alle damit zusammenhängenden Themen unterliegen komplexen juristischen Regulierungsanforderungen.
Streuner! Straßenhunde in EuropaStreuner! Straßenhunde in Europa
Köln, 03.11.2014: Kein Hundeleben gleicht dem anderen. Das zeigt Stefan Kirchhoff in seinem wunderbaren Buch „Streuner!“.
Der Geschmack MarokkosDer Geschmack Marokkos
Köln, 08.09.2014: Mit dem typischen Zusammenspiel von süß und pikant, den kulinarischen Einflüssen aus Afrika, Arabien und Europa, den orientalischen Gewürzen und Zutaten, entführen die vegetarischen Tajine- und Couscous-Gerichte in die Genusswelt von Tausendundeiner Nacht und bieten den echten Geschmack Marokkos.
Der Gang in die Hölle – Vor 100 Jahren begann der Erste WeltkriegDer Gang in die Hölle – Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg
Köln, 01.08.2014: Der Fronteinsatz war für hunderttausende Soldaten des Ersten Weltkrieges der Gang in die Hölle, in der vier Jahre lang auf grausamste Art und Weise Menschen verheizt wurden. Unvorstellbar die körperlichen und seelischen Qualen, denen die Soldaten ausweglos ausgesetzt waren. Eine noch nie dagewesene industrialisierte Kriegsmaschinerie wurde von „altgedienten“ Befehlshabern geführt, die in den ersten Wochen noch Säbel auf Gewehre stecken ließen und die noch nichts von einem endlosen hochtechnisierten Abnutzungskrieg ahnten.
Kleine Häuser mit optimaler WohnqualitätKleine Häuser mit optimaler Wohnqualität
Köln, 28.05.2014: Wohnqualität muss keine Platzfrage sein – im Gegenteil! Dass sich auch auf kleiner Fläche großartig bauen lässt, beweisen die Häuser in diesem Buch nach dem Motto „klein aber äußerst fein“.
Berliner Bürgerinnen und Bürger haben entschieden: Natur und Weite haben VorrangBerliner Bürgerinnen und Bürger haben entschieden: Natur und Weite haben Vorrang
Berlin, 26.05.2014: Im allgemeinen Europawahlkampf war diese Meldung in den deutschlandweiten Nachrichten etwas untergegangen. Dabei haben die Berliner Bürgerinnen und Bürger erneut unter Beweis gestellt, dass sie sich durch Wahlmarathon, Stimmungsmache und Grillwetter nicht vom Urnengang abhalten lassen.
Europa verschläft das ElektroautoEuropa verschläft das Elektroauto
Baden Baden, 26.05.2014: „Wir haben durch die Kooperation mit Tesla zwei Jahre Entwicklungszeit für Batterie, Elektromotor und Leistungselektronik gespart“, sagt Jochen Stenkert, bei Mercedes zuständig für die elektronische Steuerung des Antriebsstrangs.
Faszination LibellenFaszination Libellen
Köln, 16.05.2014: Detaillierte Texte beschreiben in diesem Bestimmungsbuch die 160 Libellenarten Europas mit Informationen zu Lebensweise, Verhalten, Verbreitung, Gefährdung und Häufigkeit.