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Stichwort: "Grundwasser" in der Rubrik Wasser



G. ist im Boden vor Jahrzehnten versickertes Niederschlagswasser, das sich an wasserundurchlässigen Schichten ansammelt.

Durch die Bodenpassage wird das G. filtriert und stellt daher das ideale Trinkwasser dar, da es normalerweise hygienisch einwandfrei, geschmacklos, frisch, klar und kühl ist.

Die Gefährdung des G. hat verschiedene Ursachen:
Durch die zunehmende Bebauung dringt immer weniger Niederschlagswasser in den Untergrund ein (Versiegelung des Bodens), durch Flußregulierungen wird die Erosionskraft des Wassers verstärkt (schnelleres Fließen). Dadurch vertieft der Fluß sein Bett, und der G.-Stand senkt sich, das Uferland versteppt. Ähnliche Auswirkungen können auch starke Grundwasserabsenkungen durch Brunnen haben.
Über verschiedene Belastungspfade gefährden Chemikalien das G.:
  • Eindringen von Nitraten ins G. aus überdüngten landwirtschaftlichen Flächen (Düngemittel, Gülle);
  • Eindringen von Pflanzenschutzmitteln wie Herbiziden (Atrazin) aus der Landwirtschaft in das G.;
  • Eindringen von wassergefährdenden Stoffen wie chlorierten Kohlenwasserstoffen ins G. durch Versickerung aus undichten Tanks, bei Transportunfällen und sonstigem unsachgemäßen Umgang;
  • Eindringen von Sickerwässern aus schlecht abgedichteten Deponien (Altlasten, Deponiesickerwasser);
  • Freisetzung von Schwermetallen durch die vom Sauren Regen ausgelöste Bodenversauerung;
  • Eindringen der sauren Niederschläge in das G.;
  • Eindringen von Nitrat und Keimen aus undichten Kanalisationen.
Durch das Aktionsprogramm G. der EG-Umweltminister, das das G. als ökologisch wertvollen Bestandteil des Naturhaushaltes für besonders schutzbedürftig erklärt, soll eine langfristige Überförderung des G. und damit verbundene Grundwasserabsenkungen vermieden werden. In vielen Trinkwassereinzugsgebieten ist der G.-Spiegel über die Jahre z.T. bis zu 10 m gesenkt worden.

In Westdeutschland werden bislang ca. 80% des Trinkwassers aus G. gewonnen (in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und West-Berlin sogar 100%). Daher wird bei zunehmender Verschmutzung des G. oder zu starker G.-Absenkung gerade die BRD gezwungen werden, mehr Trinkwasser aus Oberflächenwasser zu gewinnen, das kostenintensiv aufbereitet werden muß (Trinkwasseraufbereitung).

12909 Aufrufe seit August 2009
Stand: 22. Januar 2003
Erstellt: 16. Mai 2001


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