A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Rückblicke
Webvideothek
Orcas im Rampenlicht
Ein Jahr nach dem tragischen Tod von zwei Orca Trainern scheinen wir nichts gelernt zu haben. Am 24.2.2010 schockierte die Nachricht über den Tod der Sea World Trainerin Dawn Brancheau durch den männlichen Orca Tilikum die Weltöffentlichkeit.
Video >>
Strahlung in Fukushima, Strahlung, strahlenmessungen
Wie erneute Greenpeace-Messungen ergaben, liegen die Strahlenwerte in und um Bildungseinrichtungen in Fukushima nach wie vor über internationalen Sicherheitsstandards.
Video >>
LIVINGEQUIA
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) öffnet heute den deutschen Teilnehmern des Solar Decathlon Europe (SDE) seine Türen.
Video >>

Zur Web-Videothek >>

Top-News
Auf dem Bauernhof

Gesellschaftliche Transformation und die Verantwortung der Wissenschaften

Der Geschmack Marokkos

Wohlfühlen unter dem Dach

Historische Holzbauwerke

Energiepflanzenanbau im Umwelt- und Agrarrecht

Prinzipien als Wegbereiter eines globalen Umweltrechts?

Der Gang in die Hölle – Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg

Geothermie: Energiequelle aus der Tiefe

Nachhaltige Produkte beschleunigen Ressourcenverbrauch

Inserate
Umweltlexikon-aktuell.de | Wasser  | Artikel Nr.: 137

Stichwort: "Wasserkraft" in der Rubrik Wasser

Wasserkraft gehört zu den regenerativen Energiequellen. Genutzt wird die kinetische und potentielle Energie des Wassers an Flüssen, Schleusen, Gezeitenkraftwerken und Staudämmen (Talsperren).

In vielen Fällen stellt die Wasserkraftnutzung eine wertvolle erneuerbare und v.a. konkurrenzlos billige Energiequelle dar. Wasserkraftwerke erweisen sich aufgrund fehlender Emissionen gegenüber Kraftwerken mit fossilen Energieträgern (Kohle, Erdöl, Gas) und Kernkraftwerken als ökologisch sehr vorteilhaft. Wasserkraft hat v.a. in den skandinavischen Ländern und der Schweiz einen größen Anteil am staatlichen Energiemix.

Während sich kleine und mittlere Anlagen i.d.R. problemlos in bestehende Ökosysteme integrieren lassen, treten bei Großprojekten von bis zu einigen tausend Megawatt Leistung oft schwerwiegende ökologische und soziale Folgen auf.

In den Entwicklungsländern stellt die Nutzung der Wasserkraft mit ca. 45 Prozent Anteil noch vor Erdöl die wichtigste Stromquelle dar und soll weiter stark ausgebaut werden. Ein Paradebeispiel für den ökologisch bedenklichen Ausbau der Wasserkraft ist Brasilien (größtes Wasserkraftwerk der Welt Itaipu mit 12.600 MW). Hier soll die Verdopplung der Kraftwerkskapazität v.a. durch den Bau gigantischer zusätzlicher Wasserkraftwerke erzielt werden.

Die Folgen sind Zwangsumsiedlungen, oft verbunden mit Verelendung (weltweit mußten bereits Millionen von Menschen Staudämmen weichen), Verlust fruchtbaren Ackerlands im Staugebiet und fehlender Eintrag fruchtbarer Schlämme auf Ackerland unterhalb des Staudamms, Gefahr des Umkippens der Stauseen, Behinderung von Fischwanderungen und Rückgang des Fischfangs, Schaffung optimaler Nährböden für eine Vielzahl von Erregern (Darminfektionen) und Brutgebiete für Moskitos (Malaria), Grundwasseranstieg (Versumpfung) und lokale Klimaveränderungen.

Besonders problematisch sind Staudämme im Regenwald, die aufgrund ihrer geringen Tiefe extrem große Waldflächen überfluten und damit zerstören (Flächenbedarf: Regenerative Energiequellen). Der unter Wasser verrottende Urwald setzt große Mengen Methan (Treibhauseffekt) und Schwefelwasserstoff frei.

Neben Brasilien stellen riesige Staudämme v.a. in Kanada, in China und im Mittleren Osten (hier kommen Wasserverluste durch Verdunstung hinzu) ökologisch bedenkliche Wasserkraftnutzungen dar.
In Europa finden wir Wasserkraftwerke v.a. in gebirgigen Lagen, wo sie hohe Leistung bei geringem Flächenbedarf erbringen. Problematisch ist aber auch hier u.U. die Zerstörung seltener Biotope (Artensterben).

In Westdeutschland ist Wasserkraft nur noch wenig ausbaufähig, wenn v.a. in kleinen und mittleren Anlagen. Die systematische Reaktivierung von kleinen und mittleren Anlagen (die z.T. wegen ungünstiger Einspeisebedingungen stillgelegt worden waren) sowie die Sanierung und Modernisierung bestehender Anlagen könnte den Anteil der Wasserkraft an der Stromversorgung ökologisch vorteilhaft auf etwa 6 Prozent steigern. Aufgrund der Einspeisevergütungen können nun auch kleine Anlagen in der Regel wirtschaftlich betrieben werden.
Potential: Regenerative Energiequellen


    @Umweltlexikon?
  • regenerativen Energiequellen, Energie, Talsperre

Stand: 14. Februar 2012
Erstellt: 14. Februar 2012

Weitere Meldungen zum Thema "Wasserkraft":

Kohle von gestern (Ein Kommentar von Franz Alt)Kohle von gestern (Ein Kommentar von Franz Alt)
Baden Baden, 02.04.2014: Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Steinkohle und Braunkohle wichtige Motoren für das deutsche Wirtschaftswunder. Das war damals unstrittig. Erstmals im Wahlkampf 1961 aber wurde die ungehemmte Kohleförderung problematisiert als Willy Brandt „blauen Himmel über der Ruhr“ forderte.
Neuer Handkommentar EEGNeuer Handkommentar EEG
Köln, 25.02.2014: Mit den rasch aufeinanderfolgenden Novellierungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind umfangreiche, teilweise rückwirkende Änderungen in Kraft. Der Handkommentar von Reshöft und Schäfermeier bietet eine präzise Orientierung und aktuelle Endscheidungshilfe.
Flippers neuer brasilianscher BruderFlippers neuer brasilianscher Bruder
Berlin, 27.01.2014: Forscher haben im Regenwald Brasiliens einen neuen Flussdelfin identifiziert. Der WWF freut sich über die sensationelle Entdeckung und weist auf die Gefährdung der Tiere, insbesondere durch den Ausbau der Wasserkraft und diverse Staudammprojekte hin.
Neue Seen als Folge des GletscherschwundesNeue Seen als Folge des Gletscherschwundes
Köln, 12.11.2013: Weltweit schwinden die Gletscher rasant. Auch die Alpen dürften ihre Gletscher in den kommenden Jahrzehnten weitgehend verlieren. In den eisfreien Gebieten bilden sich dabei zahlreiche neue Seen, die Chancen und Risiken mit sich bringen.
Afrikas ältester Nationalpark durch britische Ölfirma bedrohtAfrikas ältester Nationalpark durch britische Ölfirma bedroht
Berlin, 08.10.2013: Der WWF hat heute bei der nationalen Kontaktstelle der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Großbritannien Beschwerde gegen die britische Ölfirma Soco International PLC eingereicht.
Schwarzer Fluch lastet auf VirungaSchwarzer Fluch lastet auf Virunga
Berlin/ Kinshasa, 05.08.2013: Der älteste Nationalpark Afrikas ist bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar jährlich wert, wenn er nachhaltig bewirtschaftet würde – so das Ergebnis einer neuen WWF-Studie zum wirtschaftlichen Potenzial des Virunga Nationalparks.
2012 Engagement für die Energiewende intensiviert2012 Engagement für die Energiewende intensiviert
Osnabrück, 22.07.2013: Klimaschutz, Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind seit der Gründung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Schwerpunkte.
RENEXPO® AustriaRENEXPO® Austria
Salzburg: Österreich verfolgt eine dreifache Energiestrategie: Steigerung der Energieeffizienz, Energieeinsparung und Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Fischbestand in Flüssen gefährdetFischbestand in Flüssen gefährdet
Berlin, 22.05.2013: Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai), der in diesem Jahr unter dem Motto „Wasser und Biodiversität“ steht, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf die besondere Gefährdung der Süßwasserfische in Deutschland und Europa hingewiesen.
13. April, München: Anders und sicher anlegen - Messe Grünes Geld im Künstlerhaus 13. April, München: Anders und sicher anlegen - Messe Grünes Geld im Künstlerhaus
Dortmund, 09.04.2013: Landauf, landab investieren immer mehr Bürger in umweltfreundliche Energieerzeugung, Landwirtschaft und in klimafreundliche Immobilien. Die Messe „Grünes Geld München“ zeigt am 13. April, welche Möglichkeiten sich hier bieten.