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Umweltlexikon-aktuell.de | Substanzen und Werkstoffe  | Artikel Nr.: 1053<BR>

Abk. für Dichlordiphenyltrichlorethan, das wohl bekannteste Insektizid (Pflanzenschutzmittel).

DDT gehört zu den persistenten (Persistenz) chlorierten Kohlenwasserstoffen. 1874 erstmals synthetisiert. 1939 entdeckte Müller (Ciba Geigy) die insekttötenden Eigenschaften. DDT erweckte die höchsten Hoffnungen hinsichtlich der landwirtschaftlichen Produktion, des Vorratsschutzes und der Seuchenbekämpfung. Weltweiter, massiver Einsatz zur Malariabekämpfung (dafür Medizin-Nobelpreis). DDT ist das klassische Beispiel für den bedenkenlosen Einsatz neuer Technologien ohne Abschätzung der Folgen.

DDT wirkt als Kontakt- und Fraßgift. Durch die empfindlichen Tastorgane der Insekten dringt das Gift in das Zentralnervensystem. Die Substanz ist äußerst stabil und wird in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut (Abbau). Man findet sie daher heute in der gesamten Umwelt (Muttermilch). 95% aller Muttermilchproben dürften nach geltendem Recht nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden.

Wirkung von DDT auf Warmblüter (z.B. Menschen): Erscheint bald nach der Aufnahme durch die Nahrung im Blutkreislauf. Wird diesem aber schnell wieder entzogen und im Fettgewebe, Gehirn, Leber und anderen Organen gepeichert. Diese können dann ein Vielfaches der tödlichen Dosis enthalten. Die Speicherung im Fett ist eine Art der Entgiftung des Organismus. Die Wiederausscheidung des DDT erfolgt langsam im Lauf von Monaten. Gefahr entsteht bei schnellem Abbau des Fettpolsters (Krankheiten, Streß, Schwangerschaft etc.).

DDT ist mutagen (Mutagenität) und steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. In Verbindung mit anderen Stoffen zeigen sich verstärkende Wirkungen (Synergismus). Obwohl DDT in vielen Ländern verboten ist, beträgt die globale Produktion und damit die in die Umwelt eintretende Menge 60.000 t/a und wird primär in den tropischen Entwicklungsländern ausgebracht.

Die Anwendung trotz großer ökotoxikologischer Bedenken wird mit der Gefahr der Malaria-Krankheit für die ansässigen Menschen und der - im Vergleich zu anderen insektizid wirksamen Produkten - niedrigen Kosten für die DDT-Ausbringung begründet. So rät auch die FAO von einem totalen Anwendungsverbot ab. Die bisher im Boden angereicherte Menge wird auf 300.000 t geschätzt.

Ein weiteres Problem ist die zunehmende Resistenz der Schädlinge (von den malariaübertragenden Anophelesmücken sind bereits 24 Arten resistent), die zum Einsatz von immer neuen und mehr Insektiziden zwingt. In der BRD existiert seit 1972 ein Gesetz über den Verkehr mit DDT, das zuletzt 1986 geändert wurde und, von Ausnahmen (Forschungszwecke) abgesehen, die Produktion, den Vertrieb und den Umgang mit DDT verbietet.

Stichwortstand: 1993

    @Umweltlexikon?
  • Nahrungskette, Bioakkumulation

Stand: 14. Februar 2012
Erstellt: 14. Februar 2012

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