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Chemisches Element der VII. Hauptgruppe ((griech.: Salzbildner, bilden mit Metallen direkt Salze). Halogene), Symbol I, Die O. gibt die Anzahl der Protonen im Atomkern an und legt damit gleichzeitig chemische Eigenschaften des Atoms sowie die Stellung des Atoms im Periodensystem fest. Ordnungszahl 53, Schmelzpunkt 113,5 Grad C, Siedepunkt 184,5 Grad C, Dichte 4,93 g/cm3, verflüchtigt sich aber schon bei Raumtemperatur (Sublimation), MAK-Wert: 1 mg/m3. I. bildet schwarzgraue, graphitartige Blättchen. Beim Siedepunkt entstehen blauviolett gefärbte, giftige Dämpfe, welche zu heftigen, katarrhalischen Reaktionen der Nasen- und Augenschleimhäute führen (I.-Schnupfen). I. ist ebenso wie die anderen
(griech.: Salzbildner, bilden mit Metallen direkt Salze). Halogene chemisch sehr aktiv, reagiert aber weniger heftig. I. ist für den Menschen ein lebensnotwendiges
Spurenelement. Der Körper enthält 10 bis 30 mg, davon ca. 99% in der Schilddrüse. Die
Weltgesundheitsorganisation}: World Health Organisation (WHO).Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine I.-Zufuhr von 0,15 bis 0,2 mg täglich. In Westdeutschland ist eine ausreichende I.-Zufuhr nur in den Küstengegenden (hoher Seefischverzehr) gewährleistet. Der I.-Mangel nimmt von Nord nach Süd zu; besonders starke I.-Mangelgebiete sind Hannover, Tübingen und Freiburg. I.-Mangel (insb. in Gebirgsgegenden) hat häufig Kropfbildung durch Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), bei Kindern unter Umständen Schwachsinn (Kretinismus) zur Folge. Zur Vorbeugung wird höherer Seefischverzehr oder iodiertes
siehe Natriumchlorid.Speisesalz empfohlen. Bei besonders empfindlichen Menschen kann aber bereits bei geringfügiger I.-Überdosierung eine Schilddrüsenüberfunktion auftreten. Infolge therapeutischer Überdosierung kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen (Iodismus) mit Juck- und Niesreiz, Bronchitis, Ausschlag und Akne (I.-
Allergie), Schlafstörungen und Durchfall. Eine Einnahme von 30 g I.-Tinktur kann zum Tode führen (sofortiges Eingeben von reichlich mit Mehl oder Stärke verrührtem
Wasser ist eine Verbindung von zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Die Bezeichnung Wasser wird v.a. für den flüssigen Aggregatzustand verwendet, im festen, also gefrorenen Zustand wird es Eis genannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampf Wasser bedeckt rund 2/3 der Erdoberfläche und befindet sich in einem ständigen Kreislauf.Wasser bei akuter Vergiftung).
Verwendung von I.: Neben der chemischen
Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie insb. in der Medizin als I.-Tinktur gegen Schilddrüsenstörungen und als radioaktives I. (s.u.) in der
In der N. werden kurzlebige radioaktive Substanzen (Radioaktivität) zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt. Nuklearmedizin. Weitere Verwendung als iodiertes
siehe Natriumchlorid.Speisesalz und
D. sollen eine gezielte Entkeimung gewährleisten und die Übertragung bestimmter, unerwünschter Mikroorganismen verhindern. Desinfektionsmittel.
I. gehört mit seinen radioaktiven Isotopen I 129 und I 131 zu den wichtigsten künstlichen Radionukliden (Radioaktivität). Physikalische
Man unterscheidet die physikalische und die biologische Halbwertszeit und die aus beiden abgeleitete effektive Halbwertszeit.Halbwertszeit 1,6x107 Jahre (I 129) bzw. 8,07 Tage (I 131), biologische Halbwertszeit 138 Tage (Schilddrüse). Beide Isotope zerfallen unter Aussendung von Beta- und
Gammastrahlung ist energiereiche elektromagnetische Strahlung, die vor allem beim radioaktiven Zerfall (Radioaktivität) von Atomkernen ausgesandt wird. Gammastrahlung. I 129 und I 131 gelangen über den
Bei Atomwaffenexplosionen und schweren Kernkraftunfällen (GAU) gelangen radioaktive Substanzen (Radioaktivität) in die Atmosphäre und fallen in Form fester Stoffe oder Niederschlag als Fallout auf die Erde zurück. Fallout von
Zwischen 1945 und 1991 wurden von den fünf Nuklearmächten USA, UdSSR, Frankreich, England und China über 1.900 A. durchgeführt. Atomwaffentests und Reaktorunfällen (
Abk. für größter anzunehmender Unfall, auch: Auslegestörfall.GAU,
Am 26.4.1986 ereignete sich in einem der vier russischen Druckröhrenreaktoren (Kernkraftwerk) in Tschernobyl der bislang größte Unfall in einem Kernkraftwerk. Tschernobyl) sowie über kontinuierliche Abgaben von Kernkraftwerken und Wiederaufarbeitungsanlagen in die
Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen.Umwelt.
Nach Reaktorunfällen verursacht in der Regel I 131 in den ersten Wochen die größte radioaktive Belastung (Tschernobyl), und wird deshalb als Leitsubstanz verwandt. I. reichert sich über die
Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip Fressen und Gefressenwerden (Räuber-Beute oder Parasit-Wirt).Nahrungskette im Menschen insb. in der Schilddrüse an und führt dort zu hohen radioaktiven Belastungen (
(radioaktiver Stoffe in Organismen) Erhöhung der Konzentration von Stoffen in biologischen Systemen. Anreicherung). Besondere Bedeutung hat der Belastungspfad Regen-
Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste. Boden-Pflanzen-Kuh-Milch-Mensch-Schilddrüse. Nach Freisetzung von radioaktivem I. treten hohe Belastungen der
Ernährungsphysiologisch ist Milch wegen ihres wertvollen Eiweiß, ihres hohen Calciumgehaltes und ihres leicht verdaulichen Fettes von großer Bedeutung für die menschliche Ernährung. Milch auf (Tschernobyl). Radioaktives I. beeinträchtigt die Funktion der Schilddrüse, was gerade bei Säuglingen und Kindern zu vielfältigen Entwicklungsstörungen, insb. des Gehirns, führen kann. Lernstörungen infolge radioaktiver I.-Belastungen werden diskutiert. Im schlimmsten Fall führt radioaktives I. zu Schilddrüsentumoren: von 1.000 Kleinkindern, die eine Schilddrüsendosis von 30 mSv (
Neue Einheit für die Äquivalentdosis infolge ionisierender Strahlung.Sievert) erhalten haben, bekommt im Mittel ein Kind einen Schilddrüsentumor. In Katastrophenschutzplänen für Reaktorunfälle wird als Sofortmaßnahme die Einnahme von I. (genauer Kaliumiodidtabletten) angeordnet. Die Schilddrüse soll dadurch mit nichtradioaktivem I. gesättigt werden und dadurch weniger radioaktives I. aufnehmen. Vor Überdosierungen muß gewarnt werden (s.o.).