Umweltlexikon-aktuell.de | Substanzen und Werkstoffe  | Artikel Nr.: 2530



Bei K. unterscheidet man Öle, die eine hohe Schmierung und eine Reibungsminderung gewährleisten. Sie bestehen aus einer Emulsion von Mineralölen in Wasser mit verschiedensten Zusätzen (Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Korrosionsschutzmittel u.a.), die für Bearbeitungen mit hohen Schnittgeschwindigkeiten und hoher Wärmeentwicklung geeignet sind.

Zu den K. gehören die Bohr- und Schneidöle, die zur Metallbearbeitung in der Industrie bei mechanischen Bearbeitungsverfahren von Metallen wie Bohren, Fräsen, Schneiden, Drehen, Schleifen, Stanzen, Ziehen, Gewindeschneiden etc. als Gleitmittel für das Werkzeug und als Kühlmittel dienen. In der Regel handelt es sich um Vielstoffgemische, die aus 15 bis 20 Komponenten bestehen.

Schneidöle sind nicht wassermischbare Kühlschmierstoffe, während Kühlschmierstoffe mit Wasser mischbar sind, in denen der Einsatz von Dethanolamine und deren Verbindungen verboten (TRGS 611) ist.

Aus Aminen, die als Emulgator zugesetzt werden, können durch chemische Reaktion mit Nitrit, Nitrosamine entstehen, die krebserregend wirken können. Aus gesundheitlicher Sicht sind daher aminfreie Kühlschmierstoffe die beste Alternative.

Eine Gefährdung stellen Desinfektionsmittel dar, die eine bakterielle Zersetzung der K. verhindern sollen. Es werden z.B. Formaldehyd oder Phenolverbindungen zugesetzt. Es werden z.B. Formaldehyd oder Phenolverbindungen zugesetzt.

Häufig bestehen K. für die Metallbearbeitung noch im großem Umfang aus Mineralölen. Alternativen sind Polyalphaolefine (Syntheseprodukt aus Mineralöl) und synthetische Ester, die auch aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden können.

Von besonderer Relevanz ist der Transport, Lagerung und Anwendung in Zusammenhang mit dem Grundwasser und Gewässerschutz zu sehen. Hier greifen zahlreiche wasserrechtliche Regelungen wie etwa das Wasserhaushaltsgesetz, Landeswassergesetze und diverse Verwaltungsvorschriften.

Diskutiert und geprüft werden Bearbeitungen ganz ohne Kühlschmierstoffe, die sogenannte „Trockenbearbeitung“. Auch der Einsatz biologisch leicht abbaubarer oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellter Kühlschmierstoffe wird forciert, denn überall wo direkter Kontakt mit der Umwelt und seinen Medien besteht, sind dieses Produkte unbedingt zu empfehlen.

Die Entsorgung von K. und den damit verbundenen Kosten ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt und kann sich nach Kriterien wie Gehalt an Gesamthalogenen (z.B. Chlor), Gehalt an PCB sowie nach der Spaltbarkeit, der CSB-Wert und der Entsorgungsmenge richten. Die Kosten liegen heute zwischen 160 DM/Tonne und 1.000 DM/Tonne.

Versuche K. zu recyceln waren bisher nicht sehr erfolgreich, da die beim Bearbeitungsprozess eingeschleppten Fremdstoffe Probleme verursachen, ein geeignetes und hochqualitatives Recyclingprodukt herzustellen.

Quelle und Literatur:
Rhenus Wilhelm Reiners GmbH & Co. (Hrsg.): Kühlschmierstoffe – Theorie für die Praxis; Sept. 1997, Mönchengladbach

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Hersteller- und Produktverzeichnis für auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Schmierstoffe und Hydraulikflüssigkeiten; Bonn 1999
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Stand: 24. Februar 2012
Erstellt: 28. November 2001

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