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Umweltlexikon-aktuell.de | Substanzen und Werkstoffe  | Artikel Nr.: 2066



In Europa werden K. mehrheitlich auf Erdölbasis (Naphtha, Erdöl) hergestellt, während in den USA hauptsächlich Erdgas als Rohstoff eingesetzt wird.

Innerhalb Europas ist Deutschland der größte K.-Produzent. Die Jahresproduktion betrug in Deutschland 1989 9,2 Mio t. Weitere Großproduzenten von K. sind Frankreich, Italien und die Niederlande.

K. besitzen gegenüber anderen Werkstoffen wie Holz und Metallen durchaus Vorzüge, wie der geringere Energieaufwand bei der Herstellung. Durch das geringe spezifische Gewicht werden K. als Transportgefäße häufig anderen, schweren Materialien vorgezogen.

Die verschiedenen Arten von K. werden unter ihrem jeweiligen Eigennamen besprochen (Polyethylen, Polypropylen, PVC, Polystyrol, Polyethylenterephthalat etc.). Hier sollen nur die Probleme und Risiken dargestellt werden, die beim Umgang mit K. auftreten:

1. Durch die Wanderung von Inhaltsstoffen des K. in angrenzende Stoffe (Migration) treten Gesundheitsgefährdungen auf, zumal in den K. viele giftige Additive enthalten sind. Besonders relevant ist dies für Lebensmittelverpackungen und Haushaltsgegenstände aus K..

2. K. sind nicht kratzfest. Beim täglichen Gebrauch können sich Späne ablösen, die unbemerkt verschluckt und aus denen Additive des K. im Magen freigesetzt werden können (z.B. Zahnbürste, Hausrat, Schreiber).

3. K. sind wenig temperaturbeständig. Beim Erhitzen von einigen K. (z.B. PVC, Polystyrol) bilden sich giftige Zersetzungsprodukte.

4. Einige K. können gesundheitsschädliche Dämpfe abgeben. Besonders die Formaldehydharze müssen in diesem Zusammenhang genannt werden (Bindemittel für Spanplatten und Beschichtungen). Aus K. entweichen in geringen Mengen Rest-Monomere und zahlreiche Additive und belasten somit die Umgebungsluft.

5. Bei der Produktion von K. werden erhebliche Mengen an Erdöl und anderen nicht nachwachsenden Rohstoffen, z.B. Erdgas, verbraucht (Nachwachsende Rohstoffe).

6. K. sind typische Wegwerfprodukte (Abfallvermeidung). Die Beseitigung von K.-Abfällen stellt ein außerordentliches Problem dar, weil ein Kunststoffrecycling sehr schwer praktikabel ist.

Bei der Verbrennung von PVC in Müllverbrennungsanlagen entstehen Dioxine und Chlorwasserstoff; daneben werden Schwermetalle (Cadmium) freigesetzt. K. können unterteilt werden in solche, die bei der Verbrennung wenig Schadstoffe freisetzen (Polyethylen, Polypropylen) und solche, die viel Schadstoffe freisetzen (PVC, Polystyrol). Für den Verbaucher ist eine Unterscheidung der K. praktisch schwer möglich, da eine Kennzeichnungspflicht nicht besteht.
Daher sollte auf K.-Einwegprodukte und K. für den Lebensmittelkontakt weitgehend verzichtet werden.

Stichwortstand: 1993
19571 Aufrufe
Stand: 24. Februar 2012
Erstellt: 21. Mai 2001

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