Quecksilber
Chemisches Element, Symbol Hg, Die O. gibt die Anzahl der Protonen im Atomkern an und legt damit gleichzeitig chemische Eigenschaften des Atoms sowie die Stellung des Atoms im Periodensystem fest. Ordnungszahl 80, Schmelzpunkt -38,84 Grad C, Siedepunkt 356,58 Grad C, Dichte 13,6 g/Kubikzentimeter.Q. gehört zu den selten vorkommenden Metallen, trotzdem entweichen jährlich zwischen 55.000 und 180.000 Tonnen gasförmig aus natürlichen Quellen. Hinzu kommen 8.000 bis 38.000 t Q., die vom Menschen in die Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen.Umwelt freigesetzt werden (z.B. Q.-produzierende Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie, Verkehr verursacht Umweltauswirkungen, die v.a. durch die Transportaktivitäten und durch den Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur entstehen. Verkehr, Als Verbrennung bezeichnet man umgangssprachlich eine chemische Reaktion, bei der sich ein chemisches Element schnell und unter Wärmeabgabe mit Sauerstoff verbindet. Verbrennung von K. ist ein fossiler Brennstoff, der sich in Jahrmillionen aus abgestorbenen Pflanzen unter Luftabschluß und dem Druck darüberliegender Gesteinsschichten gebildet hat, und zwar in der Reihenfolge Holz, Torf, Braun-, Steinkohle, Anthrazit.Kohle und Erdöl, Müllverbrennung sowie Erz- und Mineralaufbereitung) und weltweit verbreitet werden. 1995 betrugen die Q.-Emissionen Deutschlands 31 Tonnen.
Zur Beurteilung von Toxizität und Umweltgefährdung müssen metallisches Q., anorganische Q.-Verbindungen und organische Q.-Verbindungen unterschieden werden:
- Metallisches Q. oder auch als elementares Q. bezeichnet: Chemisches Symbol Hg, flüssiges, silbrig glänzendes Schwermetall, das andere (griechisch: metallon = Bergwerk) Lichtundurchlässige, stark glänzende, elektrischen Strom gut leitende chemische Elemente. Metalle unter Bildung von Amalgamen löst (Amalgam-Zahnfüllungen). Metallisches Q. verdampft aufgrund seines hohen Dampfdrucks leicht. In die Atmosphäre freigesetztes Q. gelangt mit dem Regen in Gewässer (ca. 4.000 t/a), wo eine bakterielle Umwandlung in organische Q.-Verbindungen erfolgt, weltweit entstehen dabei in Flüssen und Meeren ca. 490 t/a Methyl-Q.. Metallisches Q. wird u.a. als Thermometer-, Barometer- und Elektrodenmaterial (z.B. in Zusammenschaltung mehrerer gleichartiger technischer Geräte (Strom-, Spannungsquellen, Kondensatoren). Batterien) sowie als Extraktionsmittel für Edelmetalle verwendet.
Q. ist ein Zell- und Protoplasmagift, das u.a. in Leber, Nieren und Gehirn gespeichert und nur langsam über die Nieren (normale Ausscheidungsrate 10-20 mg/d) wieder ausgeschieden wird. Verschlucken von metallischem Q. ist relativ ungefährlich, da Q. aus dem Magen-Darm-Trakt schlecht resorbiert wird. Wesentlich gefährlicher ist der entstehende Q.-Dampf (gute Fettlöslichkeit, hohe Diffusionsfähigkeit), der beim Einatmen zu ca. 80% resorbiert wird. Q.-Dampf schädigt akut die Lungen und chronisch das Zentralnervensystem (ZNS). Chronische Vergiftungen sind ab 0,1-1 mg/m3 zu erwarten (akute Vergiftungssymptome: Metallgeschmack im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, chronische Vergiftungssymptome: Zahnlockerung, schwarzer Q.-Saum an den Zähnen.). Am bedeutsamsten ist die Gefährdung durch inhalative Aufnahme von Q.-Dämpfen am Quelle vieler Umweltbelastungen sind die Produktionsverfahren. Arbeitsplatz (z.B. Zahnarztpraxen mit durchschnittlich 50 mg/kg und Spitzenbelastungswerten von 10 g Q./kg Partikelförmige Immissionen in Gebäuden, die sich auf Oberflächen absetzen. Hausstaub, Thermometerfabriken, Chloralkali-Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie, Chemisches Element der VII. Hauptgruppe (Halogene), Symbol Cl, Ordnungszahl 17, Schmelzpunkt -100,98 Grad C, Siedepunkt -34,06 Grad C, giftiges, stechend riechendes, gelbgrünes Gas (Cl2), MAK-Wert 0,5 ppm (ml/m3). Chlor). In Wohn und Arbeitsräumen verschüttetes Q. muss sorgfältig eingesammelt werden. Aus Teppichen u.a. lässt sich Q. mit Chemisches Element der VI. Hauptgruppe, Ordnungszahl 16, leuchtendgelbe Kristalle, Dichte 1,96 g/cm3, Nichtmetall. Schwefel entfernen. Q. ist Sondermüll, nicht in den Hausmüll geben! - Anorganische Q.-Verbindungen (Q.-S. sind Verbindungen, die aus Ionen aufgebaut sind, wobei anorganische S. entweder aus Metall-Kationen oder dem Ammonium-Ion NH4+ (Ammoniak) und aus Säurerest-Anionen bestehen. Salze): Da Q.-Salze kaum flüchtig sind besteht nur bei Aufnahme über Nahrung oder T. ist weltweit gesehen eine Mangelware und die Lage wird sich in den nächsten Jahrzehnten weiter verschärfen.Trinkwasser sowie über die Haut Vergiftungsgefahr. Q.-Salze wirken auf Haut und Schleimhäute ätzend. Einnahme führt zu Rachenentzündungen, Schluckbeschwerden, Benommenheit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Kreislaufkollaps und Schock. Die tödliche Dosis liegt bei Q.-Salzen zwischen 0,2 und 1 Gramm.
- Organische Q.-Verbindungen (Methyl-Q.): gute Fettlöslichkeit und eine lange biologische Man unterscheidet die physikalische und die biologische H. und die aus beiden abgeleitete effektive H.Halbwertszeit (70 Tage). Sie werden hauptsächlich als Chemikalien zur Bekämpfung parasitärer Pilze und unerwünschter Mikroorganismen in der Landwirtschaft sowie bei Textilien, Teppichen, Farben, Futtermitteln und in der Medizin.Fungizide (Zum vorbeugenden Schutz (Beizung) des Saatgutes (Getreide-, Rüben- und Gemüsesamen) vor pilzlichen Erkrankungen (Fungizide) und tierischen Schädlingen eingesetzte chemische Mittel. Saatbeizmittel, Obstanbau) und zur Holzkonservierung (Chemische, Konservierungsmittel, die Holz vor der Zerstörung durch Pilze (Schimmelpilze), Bakterien, Insekten u.a. Tiere schützen sollen. Holzschutzmittel) eingesetzt, entstehen aber auch in Gewässern durch bakterielle Umwandlung aus Q.. Q.-haltige B. werden zur Haltbarmachung von Saatgut in der Landwirtschaft und Gartenbau eingesetzt. Zum Einsatz kommen dabei zugelassene Pflanzenschutzmittel.Beizmittel werden in Deutschland immer noch produziert (Der P. hat eine lange Tradition in Deutschland. 1919 lieferte die Fa. Bayer ihr erstes Pestizid nach Brasilien. Pestizidexport), die Anwendung ist jedoch seit 1982 verboten.
Methyl-Q. ist die bei weitem giftigste Q.-Verbindung und die einzige Verbindung, die in der MAK-Liste als fruchtschädigend eingestuft wird. Methyl-Q. wird über Lunge und Verdauungstrakt zu 80% resorbiert. Organische Q.-Verbindungen reichern sich besonders im ZNS an - nennenswerte Konzentrationen finden sich auch in Haaren, Leber und Niere. Sie können die Placentaschranke überwinden und wirken nachgewiesenermaßen fruchtschädigend (teratogen), der Fetus reagiert 3-4mal empfindlicher auf Methyl-Q. als die Schwangere. Ausgeschieden werden organische Q.-Verbindungen hauptsächlich über die Galle, geringe Mengen auch über Urin und M. ist die natürliche und beste Nahrung für den Säugling. Muttermilch.
Vergiftungssymptome treten ab 200 mg aufgenommener Menge auf, machen sich aber anders als bei metallischem Q. erst nach Wochen bemerkbar. Beim Erwachsenen können Mengen von 350 mg Methyl-Q. tödlich wirken. Zu Vergiftungskatastrophen durch organische Q.-Verbindungen kam es u.a. in den 50er Jahren in Japan und 1971/72 im Irak (Minamata Krankheit).
Monitoring-Studien über Konsumfischarten aus Die internationale Nordseeschutzpolitik hat bis heute keine entscheidenden Fortschritte für die Nordsee gebracht, da Nutzungsinteressen meist Vorrang vor wirksamen Umweltschutzkonzepten bekommenNordsee und Nordatlantik weisen darauf hin, dass die Q.-Belastung in Seefischen hauptsächlich auf die altersbedingte Q.-In der Ökologie: Anreicherung eines Schadstoffes in einem Organismus. Akkumulation natürlich vorkommenden Q. zurückzuführen ist. Thunfische galten lange Zeit als besonders Q.-belastet. Untersuchungen von Thunfischkonserven zeigen jedoch, dass die Q.-Belastung von Thunfischerzeugnissen in den letzten 15 Jahren nicht zugenommen hat und im Durchschnitt bei 0,21 mg/kg liegt. Wegen des geringeren Verdünnungspotentials für eingebrachte Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen.Schadstoffe findet man bei Fischen aus Binnengewässern deutlich höhere Belastungen als bei Seefischen.
Grenz- und R. besitzen ein wesentlich geringeres Maß an Verbindlichkeit als Grenzwerte. Richtwerte
- Laut WHO sollte die Q.-Gesamtaufnahme einen Wert von 5 µg/kg Körpergewicht/Woche nicht überschreiten. Zum Vergleich beträgt die durchschnittliche Q.-Aufnahme aus der Nahrung (USA) 0,7 µg/kg Körpergewicht/Woche.
- Richtwerte für Lebensmittel: Diverse 0,03 0,05 mg/kg als ZEBS-Richtwerte; 0,5 mg/kg bei Fisch lt. siehe Rechtsverordnung.Verordnung und für einige spezielle Fischarten (Aal, Hecht, Lachs, Zander, Blauleng, Eishai, Heringshai, Katfisch, Rotbarsch) mit 1 mg/kg.
- Grenzwert für Trink- und M. ist Grundwasser, das im Vergleich zum üblichen Trinkwasser mit Mineralstoffen angereichert ist.
Mineralwasser: 1 µg/Liter - MAK-Wert: 0,1 mg/m3 (Die L. besteht hauptsächlich aus den Gasen Stickstoff (ca. 78 Vol.-%), Sauerstoff (ca. 21 Vol.-%), ca. 0,03 Vol.-% Kohlendioxid, unterschiedlichen Edelgasen (weniger als 1 Vol.-%) sowie verschiedenen Schadstoffen. Luft)
- Klärschlamm: 8 mg/kg
- Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste. Boden: 10 80 mg/kg Bundesbodenschutzgesetz-Prüfwerte
Autor: André Sepeur
Stand: 30. Maerz 2004
Erstellt: 13. Mai 2001
Erstellt: 13. Mai 2001
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