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Umweltlexikon-aktuell.de | Substanzen und Werkstoffe  | Artikel Nr.: 256

Chemisches Element, Symbol U, Ordnungszahl 92, Schmelzpunkt 1.132 Grad C, Siedepunkt 3.818 Grad C, Dichte 19,2 g/cm3, Schwermetall, dessen Verbindungen sehr giftig sind (MAK-Wert 0,25 mg/m3).

Uran ist ein natürlich vorkommender radioaktiver Stoff (Radioaktivität, Natürliche Strahlenbelastung, Terrestrische Strahlung) und das schwerste in der Natur vorkommende chemische Element. Natur-Uran besteht aus den Uran-Isotopen U 235 (Anteil 0,72%) und U 238 (99,27%). Physikalische Halbwertszeit 700 Mio Jahre (U 235) bzw. 4,5 Mrd Jahre (U 238), biologische Halbwertszeit 300 Tage. Uran zerfällt unter Aussendung von Alpha- und Gammastrahlung.

Wichtigste Folgeprodukte: Thorium-230 (physikalische Halbwertszeit 75.000 Jahre), Radium-226 (1.600 Jahre), Polonium-210 (138 Tage) und Radon-222 (3,8 Tage). U 235 wird als Spaltstoff (Kernspaltung) in Kernkraftwerken und Atomwaffen benutzt. Zur Verwendung in Leichtwasserreaktoren muß das Natur-Uran auf einen U 235-Anteil von 3% angereichert werden (Brennstoffkreislauf). U 238 ist kein Spaltstoff, sondern wird als Brutstoff für Plutonium benutzt (Schneller Brüter).
Bei steigender Nutzung der Kernenergie reichen die weltweiten Uran-Vorräte nur noch für einige Jahrzehnte (Energiereserven). Eine längere Nutzung der Kernspaltung ist nur mit Hilfe des Schnellen Brüters realisierbar.

Umweltgefahren durch Uran: Uran kommt im Boden, in Baumaterialien (Radioaktive Baustoffe), Düngemitteln, Porzellan, Keramik etc. vor. Mit der Nahrung oder der Atemluft aufgenommen, führt es im Körper zu Strahlenschäden. Die größte Gefahr geht nicht von Uran selber, sondern von seinen radioaktiven Folge- und Spaltprodukten aus. Spaltprodukte entstehen bei der Kernspaltung von Uran (Kernkraftwerk, Wiederaufarbeitung, Brennstoffkreislauf).

Bei der Uran-Erzgewinnung und -Bearbeitung gelangen große Mengen radioaktiver Uran-Folgeprodukte in die Umwelt. Um 1 t 3%-angereichertes Uran zu erhalten, müssen etwa 3.000 t Uran-Erz gefördert werden. Die Uran-Bergarbeiter sind dabei großen radioaktiven Belastungen durch das Edelgas Radon und Schwebeteilchen ausgesetzt. Folgen: Ermüdung, Blutbildveränderungen und bis zu 45fach erhöhtes Lungenkrebsrisiko (Strahlenschäden).

Nach der chemischen Abtrennung des Uran aus dem Erz bleiben große Mengen an Abfallerz übrig, die u.a. Thorium und Radium enthalten. Das Abfallerz wird fast ausschließlich oberirdisch gelagert. Regen wäscht die löslichen radioaktiven Stoffe, z.B. Radium, in den Boden, in Grundwasser und Flüsse. Radium reichert sich beim Menschen in den Knochen an (Anreicherung). Radon entweicht noch Hunderttausende von Jahren aus den Abfallhalden in die Luft.
Infolge der Radonemissionen werden innerhalb von 500 Jahren durch den Uran-Jahresbedarf eines Kernkraftwerks 2-3 Krebstote erwartet. Die Umweltbelastungen können stark reduziert werden, wenn das Abfallerz wie schwachradioaktiver Atommüll behandelt und in tiefe Bergwerke deponiert würde.

Während es in den alten Bundesländern nur unbedeutende Uran-Vorkommen im Schwarzwald gibt, liegen in Thüringen und Sachsen ehem. bedeutende Uran-Abbaugebiete. Die Uran-Bergbaugesellschaft Wismut war früher einer der größten Uran-Produzenten der Welt. Beim Uran-Abbau entstanden in den vergangenen 40 Jahren schwere Umweltschäden. Die Kosten für Sanierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen für das verstrahlte Erdreich (z.B. Abfallerzhalden) werden auf 15 Mrd DM geschätzt.

Die anvisierten Sanierungsarbeiten gefährden ihrerseits infolge der Mobilisierung radioaktiver Substanzen das Trinkwasser von einer Million Menschen in Sachsen.
Obwohl die Uran-Förderung offiziell seit dem 1.1.91 beendet wurde, fördert die Wismut, angeblich im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen, weiter Uran (1991: 4.000 t Uran-Erz).

Die Häuser in den Uran-Abbaugebieten sind durch extrem hohe Radon-Werte (z.B. aus den Uran-Bergwerksstollen) belastet. Spitzenwerte bis zu 30.000 Bq/m3 wurden gemessen.

Lit.: P.Weish, E.Gruber: Radioaktivität und Umwelt, Stuttgart 1986; D.Teufel: Risikovergleich Kernenergie, Kohle und natürliche Radioaktivität, IFEU-Bericht 24, Heidelberg 1983


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