Umweltlexikon-aktuell.de | Substanzen und Werkstoffe  | Artikel Nr.: 78



Die Herstellung von Zellglas (auch Cellophan genannt) wurde 1908 erfunden. Es wird durch Umsetzen von Zellulose mit Natronlauge und Schwefelkohlenstoff gewonnen (Zellulosexanthogenat).

Die Lösung des Xanthogenats in Natronlauge ist honiggelb und zähflüssig (Viskose). Sie wird durch Schlitzdüsen in saure Fällbäder gepreßt. Bei diesem Vorgang werden Schwefelkohlenstoff und Schwefelwasserstoff (H2S), zwei giftige, gasförmige Substanzen, frei. Die entstehenden Zellglasfolien werden durch Waschbäder geleitet und getrocknet.

Zellglas dient als Verpackungsfolie (z.B. für Lebensmittel, Tabak, Zigarettzen, Textilien, Papierwaren). Es ist gasundurchlässig, jedoch durchlässig für Wasser. Um die Wasserdurchlässigkeit zu erniedrigen, wird Zellglas mit Polymeren beschichtet. Weitere Anwendungsbereiche sind Herstellung elektrischer Kabel, Verpackung von Pharmazeutika sowie Wurst- und Süßwaren.

Zellglas ist zwar biologisch abbaubar (abbaubare Kunststoffe) und kann dem Altpapierrecycling zugeführt werden, jedoch ist die Herstellung mit hohen Luft- und Abwasserbelastungen sowie einem hohen Holzbedarf verbunden. Den größten Teil der Produktion macht zudem beschichtetes Zellglas aus, das biologisch nicht vollständig abbaubar ist.
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Stand: 10. Februar 2012
Erstellt: 10. Februar 2012

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